FRAUEN-GEDENK-LABYRINTH

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Liste der 486 Frauen, die bisher mit einem Gedenkstein
im FRAUEN-GEDENK-LABYRINTH geehrt sind.

Sie sind dem Vornamen nach geordnet. Die Texte stammen von den jeweiligen Stein-Patinnen, die oft ihren persönlichen Bezug zur gewählten Frau ausdrücken.
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Ada Cole

1860 - 1930

England

Tierschützerin

Ada Cole, englische Gemeindeschwester und Tierschützerin, setzte sich besonders für den Schutz von Schlachtpferden ein, die von England auf das europäische Festland verschifft wurden. Während des 1. Weltkrieges war sie im Widerstand tätig. Da ich ebenfalls eine große Pferdeliebhaberin bin, möchte ich, daß sie mit einem Gedenkstein im FRAUEN-GEDENK-LABYRINTH geehrt wird.

Adelheid Popp

1869 - 1939

Österreich

Frauenrechtlerin

Die Autobiographie "Jugend einer Arbeiterin" von Adelheid Popp war das Buch, das mir meine eigene Lage innerhalb der arbeitenden Klasse 1977 klar machte. Die Lebensgeschichte Adelheid Popps hat mich tief berührt und mir gleichzeitig aufgezeigt, daß ich nur etwas verändern kann, wenn ich mich weiterbilde und selbst für die Rechte der Frauen eintrete.Trotz 100 Jahre Zeitdifferenz gibt es viele Parallelen in unseren Biographien. 1893 beteiligte sich Adelheid Popp an der Organisation einer der ersten Frauenstreiks. In einer Textilfabrik hatte die Arbeiterin Amalie Seidel zum Streik aufgerufen und Adelheid Popp um Hilfe gebeten. An dem dreiwöchigen erfolgreichen Streik beteiligten sich über 700 Wiener Arbeiterinnen und forderten eine Verkürzung der Arbeitszeit und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Ich möchte, daß Adelheid Popp im FRAUEN-GEDENK-LABYRINTH einen Platz bekommt, weil sie vielen Arbeiterinnen ein Vorbild war.

Afra

304

Deutschland

Heilige, Priesterin der Venus, Märtyrerin

Der Legende nach stammte Afra aus Zypern, dem Land der Aphrodite, und kam über Rom nach Augsburg, wo sie als Venuspriesterin lebte. Sie bekehrte sich zum Christentum und starb als Märtyrerin. Im Jahr 1064 wurde sie heiliggesprochen.

Agatha Christie

1890 - 1976

England

Kriminal-Schriftstellerin

 

 

Agathe Streicher

1520 - April 1581

Deutschland

in der Krankenpflege engagiert

Die Patin von Agathe Streicher schreibt: Agathe Streicher aus Ulm bewundere ich, weil sie sich als Ärztin und mit ihrem ganzheitlichen Behandlungsansatz bis zum letzten Atemzug eines kranken Menschen schon so früh gegenüber der mächtigen, männlichen Kollegenkonkurrenz und -Feindschaft behauptet hat, persönliche Nachteile in Kauf nahm und ihre sehr menschlichen, toleranten und religiösen Grundstätze auch im alltäglichen Tun umsetzte.

Agnes Barmettler

1945

Schweiz

Künstlerin, Mitinitiatorin des Intern. Labyrinth-Projektes

 

 

Agnes Karll

1868 - 1927

Deutschland

Reformerin der Krankenpflege

Sie gründete 1903 die erste (!) Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen in Deutschland (nichtkonfessionell). Die Berufsorganisation gab den außerhalb der Verbände arbeitenden Schwestern Rückhalt im beruflichen, persönlichen und rechtlichen Sinne, ohne deren Selbstbestimmungsrecht in so weitreichender Weise zu nehmen, wie das in den meisten Organisationen bis dato der Fall gewesen war. Sie erreichte nach und nach Verbesserungen der sklavenähnlichen Zustände der Pflegerinnen. Agnes Karll und ihre Berufsorganisation bewiesen trotz ihrer Widersprüchlichkeit zur Frauenrolle, daß gute Krankenpflege auch unter Erwerbsbedingungen möglich war. Ihre Willenskraft und ihren unermüdlichen Tatendrang möchte ich beim "Fest der 2000 Frauen" würdigen.

Agnes Olmanns

um 1700 - 1738

Deutschland

Opfer des letzten Hexenprozesses am Niederrhein

Agnes Olmanns war etwa 30-40 Jahre alt, verheiratet und Mutter von drei Töchtern. Sie war von einer jüngeren Frau unter der Folter der Hexerei beschuldigt worden. Beide Frauen wurden Opfer des letzten Hexenprozesses in Westdeutschland. Seit 1989 erinnert in Düsseldorf-Gerresheim das Kunstwerk "Gerresheimer Hexenstein" an die beiden Frauen. Bei Monika Bunte, Keldenichstr. 82 in 40625 Düsseldorf kann die kleine Dokumentation über die Entstehung dieser 2. europäischen Gedenkstätte zur Erinnerung an die als 'Hexen' getöteten Frauen bestellt werden. (Bitte 2,50 € in Briefmarken beifügen). Die erste Gedenkstätte ist "Die Rufende" in Gelnhausen von der Künstlerin Eva Gesine Wegner.

Dr.med.h.c. Agnes Schoeller

1861 - 1945

Deutschland

Kämpferin gegen das Leid

In Agnes Schoeller ehren wir eine Frau, die sich zeit ihres Lebens in altruistischer Weise um ihre notleidenden Mitbürgerinnen und Mitbürger gesorgt hat. Der Titel des Dr. med. h. c. wurde ihr von der Universität Göttingen zu ihrem 70. Geburtstag in Anerkennung ihres Einsatzes auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge und der Förderung kunstgerechter ärztlicher Betreuung kranker Menschen aller Volksschichten verliehen. Sie hatte Weitblick und kämpfte für den medizinischen Fortschritt.

Agnes Wabnitz

1842 - 1894

Deutschland

Sozialdemokratin und Gewerkschafterin

Agnes Wabnitz war Näherin, Fabrikarbeiterin, SPD-Mitglied, Mitbegründerin des Berliner Arbeiterinnenvereins und des Fachvereins der Berliner Mantelnäherinnen. Ihr "Verbrechen" bestand darin, daß sie Frauen und Kindern bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen erkämpfte. Dafür wurde sie mehrfach in Gefängnisse und Irrenhäuser gebracht und zum Selbstmord getrieben.

Aja Textor Goethe

1731 - 1808

Deutschland

Goethes Mutter

Katharina Elisabeth Textor, verh. Goethe wurde auch Frau Rat oder Frau Aja genannt. Sie war mit dem kaiserlichen Rat Johann Kaspar Goethe verheiratet und brachte sechs Kinder zur Welt, von denen nur der Sohn Johann Wolfgang und die Tochter Cornelia überlebten. Neben dem hochgebildeten, wegen seiner Eigenwilligkeit beruflich wenig erfolgreichen Ehemann, der seine Energie vorwiegend in die Erziehung der hochbegabten Kinder steckte, bewahrte Katharina Elisabeth Goethe ihren Lebensmut und ihre heitere gesellige Natur. Ihre urwüchsige, herzenswarme Erzählbegabung brachte sie in den von ihr hinterlassenen Briefen zum Ausdruck.

Dr. Alberta Lücker

1907 - 1983

Deutschland

Mitgründerin der Frauen-Weltfriedenskonferenz der Religionen

Alberta Lücker war neugierig auf Menschen, ihr Leben und Denken, ihr Glauben und Handeln. Sie ist als Frau und Christin auf Menschen anderer Religionen zugegangen und hat mit ihnen Initiativen entwickelt und Werke organisiert. Ihre eigene Gottverbundenheit inspirierte den Dialog unterschiedlich Glaubender für Frieden als Verständigung, Entwicklung und Gerechtigkeit. sie ist Mitbegründerin der Frauen-Weltfriedenskonferenz der Religionen

Alexandra David-Néel

1868 - 1969

Frankreich

Reisende, Orientalistin, Schriftstellerin,

Alexandra David-Néel ist wohl die bedeutendste Orientalistin unserer Epoche, die in ihren vielen philosophischen und esoterischen Büchern die Tibetische Kultur und Religion schilderte. Sie verbrachte ihr halbes Leben in Tibet und Nepal, studierte den Buddhismus und erhielt den ehrenvollen Titel einer Lamina. Ihr Mut und ihre persönliche Stärke spornen mich an, das Unmögliche zu schaffen.

Alice Kelling

1884 - 1964

Deutschland

Erfinderin einer besonderen Handarbeitstechnik

 

 

Alma de L'Aigle

1889 - 1959

Deutschland

Pädagogin, aktiv im Widerstand

Alma de l'Aigle war Reformpädagogin und sie lebte die Pädagogik, die sie an Kinder und Erwachsene weitergab. Ihre Frage war nie "was kann das Kind", sondern "wie kann ich dem Kind helfen". Jeder Einsatz für oder gegen etwas, geschah aus Überzeugung und mit ganzem Herzen. Ihr Leben hat mich tief beeindruckt und so wurde Alma de l'Aigle, unbewußt, meine "Affidamento-Frau".

Ama Adhe

1932

Tibet

für die Frauen in Tibet engagiert

 

 

Amalie Dietrich

1821 - 1891

Deutschland

Botanikerin und Zoologin

Amalie Dietrich kam aus ärmsten Verhältnissen und erarbeitete sich autodidaktisch ein umfangreiches botanisches Wissen. Nach mühevollen Jahren, in denen sie stets zu Fuß unterwegs war, begab sie sich 1863 im Auftrag des Hamburger Kaufmanns C.Godeffroy auf eine 10-jährige Forschungsreise nach Australien, für eine Frau in dieser Zeit ein ungewöhnliches und mutiges Unternehmen. Sie sammelte und registrierte Pflanzen, Tiere, Hölzer und vieles mehr und entdeckte dabei neue Arten in Flora und Fauna, die später nach ihr benannt wurden.

Amalie Struve

1824 - 1862

Deutschland

Widerstandskämpferin in der Revolution von 1848

Sie war aktive Widerstandskämpferin im Badischen Befreiungskrieg und setzte sich dabei sehr für die Rechte der Frauen ein. Sie kämpfte an der Seite ihres Mannes, Gustav Struve, bekannt als Politiker und Revolutionär. Sie veröffentlichte ein Buch, "Erinnerung aus den Badischen Freiheitskämpfen" (1850) aus ihrem Exil in England. Später emigrierte sie nach Amerika. Durch intensives Auseinandersetzen bei meiner schauspielerischen Arbeit wurde ich von der kämpferischen Energie der Amalie Struve sehr animiert und habe das Bedürfnis, diese Kraft weiterzugeben.

Amelia Earhart

1897 - 1937

USA

Luftfahrt-Pionierin

Die Pilotin, Luftfahrt-Pionierin und Feministin Amelia Earhart war die erste erste Frau, die allein über den Atlantischen Ozean flog. Schon zu Lebzeiten war sie weltberühmt. Bei ihrem Flug rund um den Erdball ist sie am 2.7.1937 im Pazifischen Ozean verschollen. Amelia Earhart war es wichtig, Frauen in diesem fast reinen Männerberuf zu stärken. Sie gründete 1929 die 99's (Ninety-Nines), so genannt wegen der 99 Pilotinnnen, die von Anfang an dabei waren - ein heute weltweiter Verbund von Frauen in der Luftfahrt. Der große Zusammenhalt dieser Frauen auch heute geht zurück auf das verbindende Charisma ihrer Gründerin. Amelia Earhart war Mitglied des Zonta Clubs und vermachte diesem ihr Vermögen. Die damit 1938 begründete Stiftung vergibt alljährlich den Amelia-Earhart-Preis an junge Frauen in der Raumfahrt-Technik. Gedenkstein-Patinnen sind ihre Biografin, die Fliegerin Marion Hof und Dr. Angelika Machinek, mehrfache Weltrekordlerin im Segelfliegen.

 

Ami Pfitzner

1919 - 2000

Deutschland

Eine engagierte Frau

Meine Mutter, Ami Pfitzner, war eine starke, selbstbewußte Frau, die das Leben mit Kindern und ihrer sehr erfolgreichen Karriere bei der Landesregierung Schleswig-Holstein gleichwertig führen konnte. Das lag an unserem matriarchalen Lebensentwurf: Großmutter, Mutter, zwei Schwestern (Tanten und Freundinnen gehörten auch dazu), die sich alle gegenseitig in allen Lebenslagen unterstützten. In unserer Großfamilie konnte sich jede verwirklichen (auch die Männer!). So verdanke ich ihr ein angstfreies Leben, da sie dafür gesorgt hat, daß wir Kinder jeweils drei Berufe erlernt haben, um auf jeden Fall unabhängig von Partnern leben zu können. In unserer Familie wurde viel gearbeitet, aber es wurden auch genauso oft Feste gefeiert. Ich versuche jetzt, unser Leben im Sinne meiner Mutter und Großmutter fortzuführen.

Amma Sarrha

4. Jh.

Ägypten

Wüstenmutter

Amma Sarrha lebte ihre Spiritualität als Einsiedlerin in der Wüste abseits der Staatskirche und der gesellschaftlichen Erwartungen an die Lebensgestaltung von Frauen. Nur zwei weitere "Wüstenmütter" und über 120 "Wüstenväter" sind namentlich bekannt. Man könnte diese Wüstenmütter und -väter als erste christliche Alternativbewegung bezeichnen. Ratsuchenden gaben sie Denkanstöße mit manchmal überraschenden Sprüchen und Handlungen.

Anastasia Geng v. Schwabe

1922 - 2002

Lettland, Deutschland

Theologin, Schöpferin der Bachblütentänze

Eine weise Lebensberaterin. Viele Jahre arbeitete sie in der Telefonseelsorge in Darmstadt. Mit 60 Jahren lernte sie bei Dagmar v. Garnier die Kraft des Meditativen Tanzens - basierend auf den uralten Kreistänzen der slawischen Völker - kennen. Sie entwickelte ihre eigenen Rituale und Tänze, von denen die sog. Bachblüten-Tänze eine besondere Intensität haben und weite Verbreitung finden. Unzählige Menschen hat Anastasia Geng v. Schwabe durch den Tanz an ihre inneren Quellen herangeführt. Aus den frühen 80-ziger Jahren (!) stammt ihr wie beiläufig einmal geäußerter Satz "Wissen wir denn, ob Gott nicht vielleicht eine Göttin ist?"

Angela Merici

1474 - 1540

Italien

Gründerin des Ursulinenordens

Angela Merici gehört zu den herausragenden Frauen in der Kirche der frühen Neuzeit. 1535 gründete sie die Gemeinschaft der Heiligen Ursula, die späteren Ursulinen, die zum bedeutendsten weiblichen Lehrorden der katholischen Kirche bis heute wurde.

Angerona

 

 

Römisch

Göttin des Schweigens

Angerona - Sie ist die Geheimnisvolle, in einen Schleier gehüllte Göttin des Schweigens. Mit dem Finger auf dem Mund erinnert sie an das Schweigen, aus dem heraus alles begann und in das alles zurückkehren wird. Sie fordert uns Frauen auf, hellhörig für das Unaussprechliche in der heutigen Welt zu werden und zwischen machtvollem, widerständigem Schweigen und ohnmächtiger Wortlosigkeit und Verdrängung zu unterscheiden. Unter ihrem dunklen Schleier einer langen Winternacht hütet sie den unversehrten Teil der Seele aller Überlebenden und das geheime Wissen der Frauen.

Dr. Anita Augspurg

1857 - 1943

Deutschland

Radikale Feministin, Antifaschistin, Emigrantin

Sie und Lida G. Heymann waren führende Köpfe des radikalen Flügels der Frauenbewegung: sie kämpften gegen Prostitution, das patriarchale Gesetzbuch (BGB), den Antifeminismus des Männerstaates generell. Ihr Verein "Frauenwohl" forderte gleiche Rechte für Frauen auf allen Gebieten. 1899 vereinigten sich die Radikalen im Verband fortschrittlicher Frauenvereine, der als "staatsgefährlich" galt.

Anita Lasker-Wallfisch

1925

Deutschland, Jüdin

Cellistin in Auschwitz

Als junge Frau überlebte sie die beiden Nazi-Todeslager Auschwitz und Bergen-Belsen. In Auschwitz war sie die einzige Cellistin im "Mädchenorchester" des Lagers. Das Orchester mußte zur "Begrüßung" von eintreffenden Häftlinge spielen, die nach der Selektion direkt in die Gaskammern getrieben wurden. Nach der Befreiung in Belsen, als sie ihren 20. Geburtstag feierte, bekam sie schon dort wieder ein Cello und begann wieder zu spielen. Sie wanderte nach England aus, und wurde Cellistin im English Chamber Orchester in London. Nach jahrelanger Distanzierung kommt sie heute wieder nach Deutschland, liest aus ihren Erinnerungen, stellt sich Fragen und Diskussionen, besonders mit jungen Menschen. Sie ist eine große Musikerin und großartige Frau.

Prof. Dr. Anitra Karsten

1902 - 1988

Finnland, Deutschland

Gründerin der Universität des 3. Lebensalters in Frankfurt

Anitra Karsten wurde in Finnland geboren und starb in Frankfurt am Main. Sie war bis kurz vor ihrem Tod an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt als Honorarprofessorin für das Fach Gerontologie tätig. Sie gründete 1982 die "Universität des 3. Lebensalters". Diese Einrichtung bietet älter werdenden Menschen die Möglichkeit der universitären Weiterbildung und gibt jungen Studierenden die Chance, von der Lebens- und Berufserfahrung der Älteren zu lernen. Heute gibt es weltweit viele "SeniorInnen-Universitäten", die gut angenommen werden und mit großem Erfolg arbeiten.

Aníya-íla

8 Jh. v.u.Z.

Phönikien

namenlose Frau aus der Odyssee

Sie ist eine phönizische Frau aus dem 15. Gesang der Odyssee. Sie akzeptiert Geraubtwerden und Versklavung nicht, sondern plant listig und erfindungsreich wie Odysseus die Flucht, um nach Hause zurückzukommen. Zum abschreckenden Beispiel für Frauen wird sie getötet, als Fischfutter vernichtet und - namenlos. Mit Namensgebung und Wortbeitrag zum "Fest der 2000 Frauen" löst sich Anílya-íla aus starrer MythosVerankerung und zeigt sich als mutige, kreative, lebensstarke Person. Die Wahl von Aniyà-ila beflügelt mich selbst zum Weitertun und hilft, den Kampf von Frauen wahrzumehmen, die auf Eigenmacht, Teilhabe, Geschichte und Verantwortung, eben ihrem eigenen Namen, bestehen.

Anna Amalia

1739 - 1807

Deutschland

deutsche Herzogin, Komponistin, Kulturmäzenin

 

 

Anna Bon di Venezia

ca. 1738 - 1765

Italien

Hofkomponistin in Bayreuth

Sie war Hofkomponistin am Hof in Bayreuth bei Wilhelmine Markgräfin von Bayreuth. Anna Bon di Venezia war eine der ersten Musikerinnen des 18. Jahrhunderts, die ich, ihre Vertreterin beim "Fest der 2000 Frauen", entstauben und neu herausbringen durfte. Formidable!

Anna Edinger

1863 - 1929

Deutschland, Jüdin

sozial und kulturell engagierte Frau

ANNA EDINGER war die erste Frau, der die Stadt Frankfurt am Main die Ehrenplakette verlieh. "Um 1900 gehörte ihr Name zu den führendsten der deutschen Frauenbewegung. Anna Edinger war eine der ersten Frauen, die sich in Frankfurt sozialpolitisch betätigten und sie war die herausragende Organisatorin des kommunalen Fürsorgewesens. Die Patin Helga Heubach schreibt: "Ich möchte das Andenken an ANNA EDINGER wach halten, weil sie uns heute noch Vorbild sein kann. Ich bewundere ihre engagierte, warmherzige, disziplinierte und über Jahrzehnte unermüdliche Ausdauer. Ihr Ziel war es, dass sich nicht gesundheitliche oder erzieherische Schäden in der Gesellschaft weiter ausbreiten sondern Kultur. Und zwar besonders für Kinder, junge Mädchen und Frauen der sog. "unbemittelten Stände" auf der Basis gesunder Lebensfreude."

Anna Haag

1888 - 1982

Deutschland

Politikerin, Frauenrechtlerin, Pazifistin, Schriftstellerin

Das Erlebnis der politischen Verfügbarkeit von Frauen während der Nazizeit bewog Anna Haag nach Kriegsende, ihren Schicksalsgenossinnen, Mütter und Hausfrauen wie sie selbst, politische Mitverantwortung nahezubringen. Sie wollte Anerkennung der Hausfrauenarbeit (heute Familienarbeit) und setzte sich im Landtag 1947 dafür ein, daß auch Hausfrauen Beschäftigte sind, denn sie waren damals von Lebensmittel-Zulagekarten für Beschäftigte ausgeschlossen. Durch ihre Erfahrungen in beiden Weltkriegen wurde der Einsatz für den Frieden nach Kriegsende für sie eine zentrale Aufgabe, die sie zeitlebens prägte. Anna Haag überzeugte durch ihre entschlossene Haltung gegen die Wiederbewaffnung und einen neuen Kriegsdienst. 1947 brachte sie im Landtag den Initiativgesetz-Entwurf ein, der von den zehn weiblichen Abgeordneten mitunterzeichnet war: "Niemand darf zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden." Trotz erbitterter Kontroverse mit den männlichen Kollegen wurde der Entwurf schließlich im April 1948 angenommen und bei der späteren Übernahme ins Grundgesetz um den Gewissensvorbehalt ergänzt: "Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst an der Waffe gezwungen werden" (Art. 4 Abs. 3). Das Recht auf Kriegsdienst-Verweigerung kann keine Kriege verhindern. Doch zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte hatte das Individuum sein Recht, den Befehl des Staates, andere Menschen zu töten, zu verweigern. Der Manipulation zu einem allgemeinen Kriegswillen, zu einer Kriegsgläubigkeit war hiermit ein Riegel vorgeschoben.

Der Verein "Das Erbe der Frauen" möchte gern, daß die Kosten von 1000 EUR für die Vertretung von ANNA HAAG im Rahmen der Initiative des "Festes der 2000 Frauen" und des FRAUEN-GEDENK-LABYRINTHs nur von Zivildienstleistenden getragen werden. Wir bitten Sie, ehemalige und jetzige Zivildienstleistende in Ihrem Umfeld zu animieren, eine Spende von 5,- oder 10,- Euro zur Erinnerung und zur Ehre von Anna Haag zu geben. Bis Mai 2005 sind 255,- EUR von jungen Männern gespendet worden.

Anna Katharina Nachtigal

1850 - 1936

Deutschland

Die Ahnin

Die Großmutter meiner Großmutter, Urahnin und unverrückbar starke Wurzel meiner Mutterfamilie. Mein Herz ist erfüllt von Dankbarkeit für sie. Möge ihr Name unvergessen bleiben.

Anna Louisa Karschin

1722 - 1791

Deutschland

Volksdichterin

Anna Louisa Karschin lebte wegen fehlender Schulbildung und trotz schwerster Arbeit oft in bitterster Not. Sie empfand sich von "unvorteilhafter körperlicher Gestalt", wurde von zwei gewalttätigen Ehemännern misshandelt und gebar sieben Kinder in eine "eiserne und nahrungslose Zeit". Und doch überwand sie die "Zagheit und die Scham, sich so tief zu sehen". Mit ihrer "Sprache des Herzens" und der "Schönheit ihrer Poesie" errang sie die Achtung und Ehrung vieler bedeutender Persönlichkeiten ihrer Zeit, unter ihnen König Friedrich II.

Anna Mae Aquash

1945 - 1976

USA

Indianerin des kandischen Micmac-Stammes

Sie engagierte sich als führendes Mitglied des American Indian Movement (AIM) im Kampf um die Menschenrechte der indianischen Stämme. Nachdem die Auseinandersetzungen zwischen indianischen Widerstandsgruppen und dem FBI in Süd Dakota 1973 kulminiert waren, wurden die führenden AIM-Personen mit brutalen und höchst illegalen polizeilichen Mitteln verfolgt. Im Februar 1976 wurde die Leiche Anna Maes an einem entlegenen Ort im Pine Ridge-Reservat (Süd Dakota) gefunden. Die Justizbehörden unternahmen keinerlei Anstrengungen, um diesen politischen Mord aufzuklären. Anna Mae Aquash hat ihr Leben eingesetzt für die Befreiung nordamerikanisch-indianischer Menschen aus der Unterdrückung und der daraus resultierenden Hoffnungslosigkeit und Kriminalisierung. Von indianischen Frauen wurde ihr ein Grab bereitet, und Frauen werden ihre Forderung nach Freiheit und Gerechtigkeit auch ins neue Jahrtausend weitertragen.

Anna Schröder

1879 - 1955

Deutschland

Mutter von neun Kindern

Sie ist eine der Millionen Frauen, die in Armut und Rechtlosigkeit geboren, ihr ganzes Leben lang schwer arbeiten und viele Kinder gebären mussten, aber dennoch arm und elend starben: Kinderarbeit, Spitzenklöppeln und Hausarbeit, Dienstmädchen-Plakerei, Ehe-Martyrium, Gebärerin, Alleinernährerin und Hilfsarbeit - das sind Stationen im Leben vieler Mütter dieser Generation. Für die Politik der Väterregime, Kaiserreich oder Weimerer Republik, Nationalsozialismus oder DDR-Sozialismus mussten sie mit ihrem geschändeten, elenden Menschenleben teuer bezahlen.

Anna Seghers

1900 - 1983

Deutschland

Schriftstellerin

 

 

Anna Stöcker

1896 - 1978

Deutschland

gelebte Frauensolidarität

Als Vollwaise in einer Pflegefamilie aufgewachsen, gab sie ihre Berufung als Diakonisse auf, um Geld für ihre in Not geratene Pflegemutter zu verdienen. Der Gedenk-Stein soll auch ihre Pflegemutter ehren, deren Name ich nicht kenne, die 3 Waisenmädchen zu selbstständigen Frauen erzog. Anna Stöcker heiratete spät und unterstützte sowohl mich, ihre Tochter, als auch 2 Enkelinnen, die mehrere Jahre bei ihr lebten, bis an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Die Gravur auf ihrem Stein zeigt Mutter und Tochter aus einem ägyptischen Königinnengrab. Sie könnte auch als Bild für unsere Mutter-Tocher-Beziehung stehen.

Anna Theodora Francke

1875 - 1945

Deutschland, Ladakh

Tibetforscherin und Missionarin

Anna Theodora Francke wurde mit ihrem Ehemann August Hermann Francke als Missionsehepaar der Herrenhuter Bruderschaft nach Ladakh im Himalaya gesandt. Neben dieser Tätigkeit widmete sie sich der Erforschung der Sprache, übersetzte alte Felsinschriften und Überlieferungen in buddhistischen Klöstern. Sie gab u.a. ein Geschichtsbuch heraus "A History of Western-Tibet", allerdings fast alles unter dem Namen ihres Mannes.

Anna Truttin Xenia

1688 - 1751

Deutschland

letzte im Kaiserstuhl verbrannte Frau

1751 - die "Hexenfolter" war schon seit 11 Jahren in Deutschland verboten (im Ausland noch länger) - wurde Anna Truttin, von ihren Freundinnen Xenia genannt, vom Endinger Hochgericht zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Sie war angeklagt, ein verheerendes Feuer in ihrem Heimatdorf Whyl verursacht zu haben, weil sie einen Pakt mit dem Teufel eingegangen sei. Sie war mit 63 Jahren für damalige Verhältnisse eine recht alte Frau, was aber niemanden daran hinderte, sie zu foltern und sie öffentlich zu verbrennen. Xenia war die älteste und erfahrenste Hexe im süddeutschen Raum und kannte jede andere Hexe im weiten Umkreis, von denen sie nicht eine unter den Folterqualen verraten hat.

Anna von Dänemark

1532 - 1584

Deutschland

Kurfürstin von Sachsen

Anna von Dänemark wurde schon zu ihren Lebzeiten liebevoll vom Volk "Mutter Anna" genannt. Sie war eine Landesmutter mit Herz und Verstand, die den armen, unglücklichen und sorgenvollen Menschen zur Seite stand. Getreu ihrem Wahlspruch: "Die Natur hat dem Fürsten nicht allein einen Kopf sondern auch Hände verliehen", war sie eine fleißige Hausherrin, Ehefrau und Mutter. Noch bis zur heutigen Zeit bekommen ehrenamtlich arbeitende Bürgerinnen und Bürger Sachsens als Anerkennung ihres Engagements die sog. "Annenmedaille".

Dr. Anna von Doemming

1843 - 1922

Deutschland

engagierte Kämpferin für Frauenrechte

 

 

Anna von Schweidnitz

1339 - 1362

Deutschland/Ungarn

Königin und Kaiserin

Nach einer verträumten Kindheit in Schlesien wurde sie als Prinzessin am ungarischen Hof zur zukünftigen Gattin eines Herrschers erzogen. Mit 14 Jahren nahm Kaiser Karl IV. (der spätere Begründer der ersten deutschen Universität in Prag) sie zur Frau. So wurde sie Königin von Böhmen und Deutschland. Mit 16 Jahren wurde sie in Rom zur Kaiserin gekrönt. Nach der Geburt des ersehnten Kronprinzen Wenzel starb sie ein Jahr später bei der Geburt ihres dritten Kindes mit erst 23 Jahren. Ich bewundere "Anna", die ungefragt diesen Weg beschreiten mußte und trotzdem versuchte glücklich zu sein. Sie hatte für ihre hohe Position gelernt, positiv auf die Politik ihres Mannes einzuwirken - es wurden Verhandlungen geführt statt Kriege.

Anna Ziegler

1882 - 1942

Deutschland

Politikerin aus Heilbronn

Sie wurde 1919 als erste und einzige Frau in den Heilbronner Gemeinderat gewählt und war ab 1920 für die USPD auch Abgeordnete im Reichstag. Eine streitbare Frau, die sich vor allem für soziale Gerechtigkeit einsetzte.

Anne Frank

1929 - 1945

Deutschland, Jüdin

Tagebuch-Autorin, im KZ ermordet

Das jüdische Mädchen Anne Frank schrieb während des 2. Weltkrieges - in einem Hinterhaus in Amsterdam vor den Nazis versteckt - ein bewegendes Tagebuch und kleine Geschichten. Nach ihrer Entdeckung wurde sie mit ihrer Schwester in das Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert, wo beide Mädchen 1945 an Typhus starben.

Anne Sullivan

1866 - 1936

USA

Lehrerin von Helen Keller

Anne Sullivan war in ihrer Kindheit selbst längere Zeit fast erblindet. Sie kam mit 21 Jahren als Blindenlehrerin nach Tuscumbia (Alabama) zu Familie Keller, um die taub-blinde Tochter Helen Keller zu unterrichten. Mutig und unkonventionell, wach und verantwortlich, mit einem großen Herzen, machte sich Anne an diese Arbeit, die ihr zur Lebensaufgabe wurde. Anne Sullivans Leben erinnerte mich an eine wundersame Wahrheit, daß durch eigene Leiderfahrung große Kräfte erwachen können, die mir und anderen bei der Entfaltung und Gestaltung des Lebens helfen können - wenn ich es will.

Anneliese Harf

1930 - 1990

Deutschland

Yoga-Lehrerin

Anneliese Harf gründete 1962 eine der ersten deutschen Yoga-Schulen und trug wesentlich dazu bei, diese heute selbstverständliche Methode der Gesundheitsvorsorge in Kurzskonzepten für Volkshochschulen und andere Einrichtungen umzusetzen. Sie bildete Übungsleiterinnen aus und verbreitete Yoga als gangbaren Übungsweg körperlichen und geistig-seelischen Bewußtwerdens. Über Jahre hinweg gestaltete sie regelmäßig Radiosendungen im Südwestfunk. Ihre Meditationen regen zur praktischen Lebensbewältigung an. In der Friedensbewegung der 70er Jahre engagierte sie sich durch Seminare, Friedenstänze und -gebete.

Annemarie Schwarzenbach

1908 - 1942

Schweiz

Schriftstellerin, Reisejournalistin

Annemarie Schwarzenbach war Schriftstellerin, Reisejournalistin und Fotografin. Sie war eine Grenzgängerin und Tabubrecherin. Aus einer Schweizer Großindustriellen-Familie stammend, führt sie ein kurzes, aber literarisch produktives und widerständiges Leben. Sie war rastlos-zerrissen, aber engagiert und nie gleichgültig.

Annette von Droste Hülshoff

1797 - 1848

Deutschland

Dichterin und Komponistin

Annette von Droste-Hülshoff gilt als eine der größten deutschen Dichterinnen. Sie entstammt einer alten, westfälischen Adelsfamilie, die ihr einen engen, konservativen Rahmen bot. Ihr Leben wie auch ihre Dichtung sind geprägt von der Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Enge, die allein durch die Begegnung mit dem eigenen Selbst überwunden wird. Am Ende dieser leidvollen, persönlichen Entwicklung steht die souveräne Dichterin und starke Frau.

Anonyme Frau der Nelkenrevolution

um 1974

Portugal

Eine engagierte Frau

Sie ist die Frau, die am 25. April 1974 in Portugal die unmittelbar bevorstehende kriegerische Auseinandersetzung zwischen Truppen der Regierung und revoltierenden, vom Volk unterstützten Truppen in die unblutige "Nelkenrevolution" führte, in dem sie einem Soldaten eine Nelke in den Gewehrlauf steckte, was andere nachmachten. Blumen statt Gewehrkugeln!

Ariachne

 

 

 

 

für die Hüterinnen der Labyrinthe

"Was bedeutet dir das Labyrinth, Ariachne?"

"Das Labyrinth ist so selbstverständlich wie ein Fussballplatz oder ein Dorfbrunnen, so spannend wie eine Trommel von innen, so vielstimmig wie eine Zaubermelodie, so nackt wie eine grosse Weisheit, so weltoffen wie die Lebensberaterin Erde, so erholsam wie eine grosse Wanderung, so geheimnisvoll wie eine Alltagsszene, so banal, so grossartig, so ..."

Rosemarie Schmid, aus dem Programm 2000, Labyrinthplatz Zürich

Aschenputtel

 

 

Deutschland

Königin im eigenen Reich

Ich möchte mit dieser Symbolgestalt unserer Psyche all die Frauen ehren, die unspektakulär als Frau von... Mutter von... Tochter von... Schwester von... tagaus tagein 1000 alltägliche notwendige Dienste leisten und sich auf einen Bewusstwerdungsweg begeben, "Gold und Silber" von Mutter Erde wünschen, sich dem Tanz des Lebens hingeben und Königin im eigenen Reich werden.

Astrid Lindgren

1908 - 2002

Schweden

Schriftstellerin, Schöpferin von Pippi Langstrumpf

Astrid Lindgren ist die Mutter der Kinder, mit denen ich aufgewachsen bin: Madita, Pippi, Ronja Räubertochter, die Kinder von Bullerbü und noch viele andere... sie waren die starken Heldinnen meiner Kindheit und sind es auch heute noch. Älter und bewußter werdend, fragte ich auch nach der Frau, die mit ihrer Phantasie all diese Geschichten und Figuren schreibend erschaffen hat. Inzwischen beeindruckt mich diese Frau genauso. Denn aus der Generation meiner Großmutter stammend - geboren zu Beginn des 20. Jahrhunderts - weiß ich, wieviel Repressionen, Einschränkungen und Zwänge allgemein noch für junge Frauen und auch Kinder, vor allem Mädchen bestanden. Und in diesen unterdrückenden Zeitgeist hinein stellte Astrid Lindgren ihre so ganz und gar nicht angepaßten Mädchenfiguren.

Audre Lorde

1934 - 1992

USA

schwarze lesbische Poetin

"I am a Black Lesbian Mother Warrior Poet". So leitete sie fast immer ihre internationalen Lesungen ein. Über Jahrzehnte hinweg war sie aktiv in vielfältigen Zusammenschlüssen und Organisationen, in denen sie sich einsetzte für die Rechte schwarzer Frauen und aller unterdrückten Menschen. Sie liebte das Leben, genoss jeden Tag wie ein Geschenk und wusste zugleich, daß der Tod - und das Leben danach - ein Teil unseres Hierseins sind. Deutschland, insbesondere Berlin, war ihr in ihren letzten Lebensjahren besonders vertraut. Mit großer Sorge blickte sie auf den offen zu Tage tretenden Rassismus. - Es ist unsere Aufgabe, ihr Lebenswerk fortzusetzen.

Aviva Steiner

1930

Israel, Jüdin

Therapeutin, Zyklus-Tänzerin

Aviva Steiner ist Gesundheitspädagogin. Sie entwickelte nach intensiver Forschung eine Tanz- und Gymnastikform, die sich aktivierend und ausgleichend auf die Menstruation auswirkt. Sie referierte auf sexual-medizinischen Kongressen und ließ ihre Methode bei der Weltgesundheitsorganisation und beim International Planned Parenthood registrieren. Für ihren Gedenkstein engagierte sich das Netz der Luna-Yoga-Lehrerinnen, dessen Begründerin, Adelheid Ohlig, die Patenschaft für Aviva Steiner übernommen hat.

Ayya Khema

1923 - 1997

Deutschland, Jüdin

Meditationslehrerin, Mystikerin, Weltbürgerin

Ayya Khema, Meditationslehrerin, lehrte den Zugang zu tiefer Weisheit, wie sie über alle Konfessionen Gültigkeit hat. Sie wurde zur Intergrationsfigur für Frauen und Buddhismus und dem Buddhismus in Europa. Als Jüdin in Berlin, ihrer Kindheit und Heimat entrissen, fand sie auf dem langen Weg durch viele Länder dieser Erde zur Ruhe des Herzens und der Klarheit des Geistes. Als buddhistische Nonne gründete sie Klöster, schrieb Bücher und leitete Meditationsseminare. Mit ihrem ursprünglichen Wissen und offenem Herzen bereicherte sie unzählig viele Menschen in der ganzen Welt.

Baba Jaga

 

 

Rußland

Die wilde Weise

Baba Jaga gehört zum Kreis der urzeitlichen Muttergöttinnen, die den ewigen Wechsel von Auferstehen, Wiedergeborenwerden, Reifen und Sterben verkörpern. Im Märchen erscheint sie als ungezügelte, unerbittlich strenge und klarsichtige Hexe; die Eitelkeiten des Lebens interessieren sie nicht. Wenn eine sich ihr aber respektvoll und mit Achtsamkeit nähert, ihre Anweisungen befolgt und ihre Prüfungen besteht, dann schützt sie sie und hilft ihr durch Rat bei schwierigen Aufgaben. Mir gefällt sie, weil sie nur Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit gelten läßt und eine Ahnung gibt von der Gewalt und Macht weiblicher Urkäfte.

Baba Marta

 

 

Bulgarien

Weise Alte - Göttin, verbunden mit dem noch sehr lebendigen Segensbrauch am 1. März in Bulgarien

 

 

Barbara Lüdemann

1922 - 1992

Deutschland

sozial engagiert, bes. für Pflegekinder, aktiv in der FDP

 

 

Dr. Barbara Renz

1863 - 1955

Deutschland

1. Promovierte in Süddeutschland, Frauenrechtlerin, Privatgelehrte

Trotz finanzieller Nöte und Ablehnung von Seiten der Gesellschaft ließ Barbara Renz in ihrem Streben nach Bildung nicht nach und musste sich hart erkämpfen, was heute selbstverständlich ist. So verdanke auch ich ihren Bemühungen die Möglichkeit zu studieren und meine beruflichen Vorstellungen zu verwirklichen. Viele Jahre nach ihrem Tod wird Barbara Clara Renz in meiner Heimatstadt Dillingen, die sie sich zum Alterssitz gewählt hat, durch eine nach ihr benannte Straße geehrt. Meine Großmutter hat die alte Dame noch persönlich als Nachbarin am Ulrichsplatz kennengelernt.

Barbara Uthmann

1514 - 1575

Deutschland

Unternemerin, Klöppelspitze in Heimarbeit

Barbara Uthmann war Mitte des 16. Jahrhunderts in Annaberg in Sachsen eine Frau, welche sich nach dem frühen Tod ihres Mannes in einer Männerdomäne zu behaupten wusste. Sie war nicht nur eine angesehene Montanunternehmerin, sondern leitete erfolgreich einen Vertrieb von Borten und Spitzen. Sie organisierte im Erzgebirge auf breiter Ebene das Herstellen der Klöppelspitze in Heimarbeit und verhalf so vielen Menschen, besonders Frauen, zu Lohn und Brot. Über Jahrhunderte ist das Erzgebirge in Sachsen der Mittelpunkt der deutschen Klöppelindustrie geblieben.

Bastet

 

 

Ägypten

Katzengöttin

 

 

Bathildis

ca. 635 - ca. 673

Merowingerreich

Sklavin, Königin, Klosterfrau

Wahrscheinlich wurde Bathildis im heutigen Kent (England) um 635 n. Ch. geboren. Um sie aus bitterer Armut zu retten, verkauften die Eltern ihre Tochter an den fränkischen Majordomus, der sie an den Hof des noch sehr jungen Merowingerkönigs Chlodwig II. nach Paris brachte. 650 wurde Bathildis von Chlodwig II. durch Heirat zur Königin gemacht. Glücklicherweise dauerte dieses eheliche Martyrium nur sieben Jahre, Chlodwig starb im Alter von 23 Jahren in geistiger Umnachtung. Bathildis übernahm die Regierungsgeschäfte für ihre unmündigen Söhne. Während ihrer 16-jährigen Regentschaft schaffte sie den Sklavenhandel ab und verbot durch Gesetze den Verkauf der Kriegsgefangenen. Sie errichtete Klöster und Bildungsstätten auch für das besitzlose Volk. Ihren heranwachsenden Söhnen übergab sie nach 16 segensreichen Jahren die Regentschaft und starb als einfache Nonne 673 im Koster Chelles bei Paris.

Bereswinde

um 700

Merowingerreich

Merowingerfürstin

Bereswinde, Fürstin und Schamanin, trug den Namen der grossen Bärin, in deren Kraft sie lebte und wirkte. Ihre Söhne erzog sie liebevoll; gegen den erbitterten Widerstand des Vaters erhielt sie ihre Tochter Odilie am Leben und sorgte dafür, dass diese eine Bildung erhielt, die den Grundstein für die Entwicklung ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten legte. Ich ehre in Bereswinde die starke Frau, die fürsorgliche Mutter, die in der Geschichte hinter ihrem Mann und ihrer berühmt gewordenen Tochter vergessen wurde, die jedoch so vieles erst ermöglichte.

Bertha Benz

1849 - 1944

Deutschland

erster Mensch, die Auto fuhr

 

 

Bertha Heimberg

1894 - 1966

Deutschland

Wirtschaftspolitikerin

Bertha Heimberg ist für mich das Beispiel einer mutigen unabhängigen Frau. Sie war im Freiwirtschaftsbund Silvio Gesells (Sozialreformer 1862-1930). Nach ihrem Exil 1948 aus England zurückgekehrt, setzte sie sich sofort wieder für diese verkannte ökonomische Richtung ein. In den 20er und 30er Jahren und auch später in den Wirtschaftswunderzeiten gehörte viel Mut dazu, als einzige Fachfrau beharrlich diesen alternativen, marktwirtschaftlichen und antikapitalistischen Weg zu vertreten. Heute ist das etwas anderes, denn zu offensichtlich führt unser "Kasino-Kapitalismus" in die ökologische und soziale Krise. Ich habe es also nicht mehr ganz so schwer, wenn ich ihr nachfolge und bin doch weiterhin eine Außenseiterin, die ab und zu dringend Kraft tanken muß bei einem weiblichen Vorbild.

Bertha Marie Pöschko

1944

Deutschland

Bioenergetik-Therapeutin

Eine großzügige Frau mit Herz, Mut zum Eigenen und voll Dynamik.

"Das menschliche Leben ist voller Widersprüche. Es ist ein Zeichen der Weisheit, sie zu erkennen und anzunehmen." (A. Lowen, Begründer der bioenergetischen Analyse) - Diese Versöhnung des Menschen mit sich selbst und seinem Schicksal ist Schwerpunkt ihrer therapeutischen Arbeit. In einer starken Beziehung der bedingungslosen Annahme unterstützt sie diesen oft schwierigen Prozeß. - Außerhalb ihrer therapeutischen Arbeit engagiert sich Bertha Marie Pöschko in Kinder- und Flüchtlingshilfsprojekten.

Bertha Pappenheim

1859 - 1936

Deutschland, Jüdin

Pädagogin, Gründerin des Jüdischen Frauenbundes,

Sie wurde berühmt als "klassische" Hysterikerin Anna O. und war, wie Sigmund Freud sie einmal nannte, "die eigentliche Begründerin der Psychoanalyse". Als Bertha Pappenheim, wie ihr realer Name war, wurde sie später die wohl bedeutendste Frau der jüdischen Frauenbewegung im damaligen Europa und Amerika. Noch heute ist diese bedeutende Jüdin relativ unbekannt in Deutschland. Ich möchte, daß ihr zweiter, so wichtiger Teil ihres Lebens nicht in Vergessenheit gerät.

Bertha v. Suttner

1843 - 1914

Österreich

Pazifistin, Friedensnobelpreisträgerin, Schriftstellerin

Sie war unermüdlich tätig im Kampf gegen Krieg, in der Aufklärung der politisch-ökonomischen Zusammenhänge und der sozialen Folgen von Kriegen. Sie überzeugte Alfred Nobel, seine Stiftung (Nobelpreis) für Geisteswissenschaften um den Friedenspreis zu ergänzen. 1905 erhielt sie als erste Frau den Friedensnobelpreis.

Bettine v. Arnim

1785 - 1859

Deutschland

Schriftstellerin der deutschen Romantik

Bettine von Armin, geb. Brentano, wuchs frei von den für Mädchen damals üblichen Zwängen in Frankfurt am Main auf und wurde in Berlin u.a. mit ihrem politisch-literarischen Salon zu einer der Vorkämpferinnen für die geistige Emanzipation der Frauen.

Bibi Lillyam Tomasi

1925 - 2000

Italien

Feministin und Schriftstellerin

"La sproporzione", das Missverhältnis, das Unverhältnismäßige, so lautet der Titel eines ihrer Bücher. Sie selbst schien die Verkörperung der sproporzione zu sein: Sie war ungebändigt - aber dennoch nicht ungebunden. Im Beziehungsnetz der Libreria delle Donne in Mailand, das ihr auch Stoff zum Schreiben lieferte, hat das Unverhältnismäßige Sinn und ein weibliches Maß bekommen.

Billie Holiday

1915 - 1959

USA

Jazz-Sängerin

Billie Holiday (Eleanora Fagan) wurde in Baltimore als Tochter einer 13-jährigen Mutter und eines 15-jährigen Vaters geboren. Schon früh mußte sie aus finanziellen Gründen nach Arbeit suchen, wobei sie 15-jährig in einem Jazzlokal in New York als Sängerin entdeckt wurde. Billie Holidays Weg als schwarze amerikanische Jazzsängerin war geprägt von der Konfrontation mit Rassismus, Gefängnis, Prostitution, Drogen und dem großen Musik-Business. Mir begegnete die Musik von Billie Holiday während meines Musikstudiums in Kassel und ich mochte ihre eindringliche, emotionale Art zu singen spontan und anhaltend.

Blaga Dimitrova

1922 - 2003

Bulgarien

Schriftstellerin

Sie ist die bekannteste Lyrikerin, Prosa-Autorin, Dramatikerin und Essayistin Bulgariens. Nach der Wende wurde sie1992 Vizepräsidentin, trat aber aus Enttäuschung über die Unvereinbarkeit ihres Wahrhaftigkeitsanspruches mit der Politik nach einem Jahr zurück. Ihre Themen: ars poetica, die Frau, die Beziehung zwischen Tochter und Mutter, Tochter und Vater, Poesie und Politik. Blaga Dimitrova ist ein Beispiel für mich als Schriftstellerin und Frau: im Schreiben ist sie lakonisch und streng ("Schreib jedes Gedicht als sei es das letzte!")* und im Leben - mutig ("Gras/ Ich fürchte mich nicht davor/ zertreten zu werden./ Das zertretene Gras / wird zum Pfad.")*

Blanche Merz

1919 - 2002

Schweiz

Geobiologin, Grenzwissenschaftlerin

Sie war Pionierin aus Passion. Ihr Leben - als Ingenieurin, Politikerin und Europarätin, als Geobiologin, Architektin Grenzwissenschaftlerin und Autorin - diente dem Brückenschlag zwischen Physik und Metaphysik, zwischen physischen und spirituellen Kräften. Als Europarätin wirkte sie für die Verbesserung der sozialen Stellung der Frauen, besonders in Drittweltländern. Sie sieht die Menschen als mehrdimensionale Wesen und schlüsselt für sie die Schwingungsenergien auf, wie z.B. die Wirkungen von Musik und Kunst. In Ihrem Buch "Seele des Ortes" beschreibt sie, wie die Schwingung eines Ortes Einfluss auf die dort befindlichen Menschen nimmt.

Brunichild

545 - 613

Merowingerreich

Königin

Die Westgotische Königstochter, Königin von Austrasien und Burgund, (zwei Teilreiche des fränkischen Merowinger-Reiches) versuchte die Teilungen des Reiches zu verhindern und ein Königtum nach römischem Vorbild zu errichten. Stellvertretend für ihren Sohn und ihre Enkel regierte sie 38 Jahre lang (575-613). 613 wird sie von König Chlothar, dem Sohn ihrer Widersacherin Fredegund, in einem Schauprozeß ermordet. Mich berührt ihr tragisches Schicksal. Durch das "Fest der 2000 Frauen" und das FRAUEN-GEDENK-LABYRINTH will ich ihre große Lebensleistung würdigen.

Camille Claudel

1864 - 1943

Frankreich

Bildhauerin

 

 

Dr. Carola Blume

1899 - 1987

Deutschland, USA, Jüdin

Gründerin des Frauenbildungswerkes in Stuttgart

Carola Rosenberg-Blume, führende Erwachsenenpädagogin und Frauenbildnerin der Weimarer Zeit, hat das fortschrittlichste Frauenbildungskonzept im damaligen Deutschland und Europa entworfen und mit der Gründung der Frauenabteilung an der Volkshochschule Stuttgart in die Praxis umgesetzt. 1932 besuchten 21.500 Teilnehmerinnen ihre Kurse. Nach ihrer Emigration in die USA gab sie dem Aufbau einer gezielten Erwachsenenbildung im Staat Kalifornien noch einmal wesentliche Impulse. Sie kehrte nach dem Krieg nicht mehr nach Deutschland zurück

Carolina Fr. W. Zimmermann

1806 - 1839

Deutschland

1. Studentin in Gießen

Sie ist die erste immatrikulierte Studentin in Gießen. Ich will den Mut und die Entschlusskraft dieser jungen Frau würdigen, die sagte: "Ich will studieren!" - zu einer Zeit als es für Frauen bzw. junge Mädchen absolut nicht üblich war, die Universität zu besuchen.

Dr. Caroline Farner

1842 - 1913

Schweiz

1. Hausärztin in Zürich, 2. Ärztin in der Schweiz

Die Ärztin Caroline Farner, aktiv in der Frauenbewegung, führte als erste eine Allgemein-Praxis, in welcher Anna Pfrunder, ihre beste Freundin und Hausgenossin, den Haushalt besorgte. Der Neid der Züricher Kollegen auf ihre große Praxis führte zu einem regelrechten "Hexenprozeß", nach welchem sie nach 6 Wochen Gefängnis rehabilitiert wurde. Ihre Praxis wurde danach eher noch größer. Sie eröffnete ein Erholungsheim in Urnäsch (Appenzell). Ihr Vermögen hinterließ sie der Anna-Caroline-Stiftung, ein Stipendienfonds für Hochschulstudentinnen. Caroline Farner und die Frauenbewegung unterstützten sich gegenseitig, trotz schwieriger Umstände.

Catharina Helena Dörrien

1717 - 1795

Deutschland

Botanikerin und Pädagogin

Sie war Tochter einer Pastorenfamilie und lernte Geographie, Geschichte, Latein, Haushaltsführung und Botanik. Während ihrer Arbeit als Erzieherin von 10 Kindern schrieb sie Bücher über Pädagogik und Haushaltsführung. Sie lernte in ihrer Freizeit das Malen von Pflanzen. Sie sammelte und katalogisierte die Pflanzen ihrer Umgebung. In 14 Jahren enstanden ca. 1400 Pflanzenverzeichnisse in einem Gebiet von 600 ha. 34 ihrer Bilder sind noch erhalten und im Landesmuseum Wiesbaden aufbewahrt. Sie war Ehrenmitglied in mehreren botanischen Gesellschaften.

Cecilia Maria Barthelemon

ca 1767 - 1827

England

Hofkomponistin, gefeierte Cembalistin und Sängerin

Für mein Instrument - die Flöte - schrieb sie eine übermütige, brillante Sonate.

Charlotte Buff

1753 - 1828

Deutschland

Lotte in Goethes "Werthers Leiden"

"Charlotte Buff besaß Charme und Lebenslust, Bildung und Sinn für Kunst und Poesie und war zudem realitätsbezogen und enorm lebenstüchtig: bereits als 18-Jährige stand sie einem riesigen Haushalt vor und versorgte einen großen Schwarm jüngerer Geschwister. So verwundert es nicht, daß der junge Goethe sich leidenschaftlich in sie verliebte, als er sie in Wetzlar kennenlernte, und ihr als "Werthers Lotte" ein literarisches Denkmal setzte. Als Charlotte Buff in Wetzlar und als Charlotte Kestner in Hannover führte sie mit erstaunlichem Selbstbewusstsein und innerer Unabhängigkeit das Leben einer sich emanzipierenden bürgerlichen Frau in der Gesellschaft des ausgehenden 18. Jahrhunderts."

Charlotte Dehn

1904 - 1989

Deutschland

Ausdruckstänzerin, praktische Philosophin

Vom Sinn der Worte

Sie kam ursprünglich vom Ausdrucktanz, durchlebte und verarbeitete immer wieder ihr Solostück "Tanz-Kreis des Lebens" und drückte sich allmählich intensiver in Sinn gebender Wortgestaltung aus.

"Das Ewige in MIR in DIR in K)UNS(T"

Oft zeichnete sie die Buchstaben der Worte mit vielen Nadelstichen nach, um sie "durchlässiger" zu machen. Für viele Menschen war CHARLOTTE DEHN eine große Energie-Geberin.

 

Charlotte Wolff

1897 - 1986

Deutschland, England, Jüdin

Ärztin, Forscherin zu Bi-Sexualität,

Charlotte Wolff wird in einer westpreußischen Provinzstadt geboren und wächst im behüteten bürgerlichen Milieu auf. Sie entdeckt schon früh ihre Zuneigung zu Mädchen, später die Liebe zu Frauen. In den 1920er Jahren studiert sie Philosophie und Medizin, arbeitet anschließend als Ärztin in Berlin. 1933 emigriert sie nach Paris, entwickelt die psychologische Methode der Hand-Interpretation und verdient sich damit ihren Lebensunterhalt. 1936 beginnt in London ein neues Leben. Ihre sich vertiefende sexualwissenschaftliche Forschung führt zu den wichtigsten frühen Publikationen über "Lesbische Liebe" und zu "Bisexualität". In den 1970er und 1980er Jahren hat die Begegnung mit deutschen Feministinnen während der Frauen-Sommeruniversitäten in Berlin eine vorsichtige Wieder-Annäherung an ihr Geburtsland eingeleitet. Sie hinterlässt eine beeindruckende Autobiographie.

 

 

Dr. Christa Mulack

1943

Deutschland

Religionsforscherin

Seit 1983 engagiert sich Dr. Christa Mulack öffentlich dafür, dass Patriarchatskritik, Religions-und Matriarchatsforschung Frauen helfen, ihre patriarchale Lebenssituation zu durchschauen. In Seminaren und Lehraufträgen an verschiedenen Universitäten und Hochschulen, in zahlreichen Büchern und wissenschaftlichen Publikationen stellt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen zur Verfügung. Mit den Themen Weibliche Symbolik, Kritik am patriarchalen Gottesbild, Matriarchatsforschung, Feministische Psychologie und Sozialwissenschaften ist sie in ihren Seminaren für viele Frauen Feministische Lehrerin und Wegbegleiterin zu neuer Orientierung und weiblicher Spiritualität. Sie ist Mitbegründerin und Zweite Vorsitzende der "Gerda - Weiler - Stiftung für Frauenforschung" und hält Seminare über Deutschland hinaus, hauptsächlich in der Schweiz und Österreich.

Christa Stolle

1959

Deutschland

führend bei TERRE DES FEMMES engagiert

Mut, unternehmerisches Gespür und Weitsicht, kombiniert mit dem unbedingten Willen, der Gewalt gegen Frauen und Mädchen etwas entgegen zu setzen * - dafür steht Christa Stolle. Dafür steht auch der Verein TERRE DES FEMMES - Menschenrechte für die Frau, den sie seit mehr als 20 Jahren maßgeblich mit aufgebaut hat. Nicht als Einzelkämpferin, sondern als Organisatorin von Strukturen, die es vielen ermöglichen sich einzusetzen, hat Christa Stolle entscheidend dazu beigetragen, dass Gewalt gegen Frauen als gesellschaftspolitisches Thema in Deutschland wahr- und ernst genommen wird.

Christabel Pankhurst

1880 - 1958

England

Suffragette, Radikale Feministin, Juristin

Mit ihrer Mutter Emmeline Pankhurst gründete sie 1903 die Women's Social and Political Union (WSPU), die unabhängige, militante Suffragetten-Bewegung. Die junge Juristin, führende Organisatorin, Rednerin und Theoretikerin nahm jahrelang Gefängnisstrafen und Hungerstreiks auf sich, musste untertauchen und ins Ausland fliehen: die Regierung verfolgte sie als "gefährliche" Anführerin.

Christel Ulbrich

1908 - 1996

Deutschland

Tanztherapeutin in der ehemaligen DDR

1908 im Erzgebirge geboren, später in Bautzen lebend, leitete sie zuerst einen Kindergarten. Nach Kriegsende widmete sie sich dem Volkstanz und baute viele Volkstanzgrupen mit auf. Von Jugend an rheumakrank, bemerkte sie die belebende Wirkung des Tanzes und wirkte nun als Tanz-und Musiktherapeutin für SeniorInnen, RekonvaleszentInnen, Verhaltensgestörte und Menschen mit Behinderung. Mit der Zeit wurde sie in ganz Deutschland als Tanztherapeutin anerkannt und leitete noch mit 86 Jahren viele Tanzkreise in Dresden und Bautzen. "Tanz dich gesund" war ihr Lebensmotto und es brachte vielen Menschen Freude, Gemeinschaft und Zuversicht.

Christina von Schweden

1626 - 1689

Schweden

Monarchin und Mäzenin

- Warum verzichtet eine 28-jährige, sorgfältig ausgebildete, kluge und geistvolle Frau nach 10-jähriger Regentinnenschaft auf Thron, Krone und Macht, nicht aber auf den Titel "Königin"? - Warum vertauscht sie das Schloß in Stockholm mit einem Palazzo in Rom, das nordische Flair also gegen das mediterrane? - Warum wechselt sie die Region und damit die Machtblöcke im Europa des 17. Jhs.? - Königin Christina von Schweden ist eine e i g e n - m ä c h t i g e Frau !!! - Eine ihrer 1300 Maximen lautet: "In der Kunst zu denken gründet die ganze Glückseligkeit des Menschen."

Christine de Pizan

1365 - um 1431

Frankreich

Schriftstellerin, "Die Stadt der Frauen"

In Venedig geboren, lebte sie den Rest des Lebens in Paris. Im Alter von ca. 25 Jahren wurde sie Witwe und war für 3 eigene Kinder, ihre Mutter und Anverwandte verantwortlich. Sie prozessierte um ihr Erbe in Frankreich, und begann zu schreiben. Später lebte sie von der Schriftstellerei und stellte ihre reich illustrierten Bücher selbst her. Ihre Werke, in denen sie sich besonders der Stellung der Frau in der Gesellschaft annahm, wurden zu ihrer Zeit viel gelesen. Ihr bekantestes Buch trägt den Titel "Die Stadt der Frauen".

Christine Lavant

1915 - 1973

Österreich

Lyrikerin

Chistine Lavant, von Geburt an schwer krank, von der Außenwelt abgeschnitten, zieht sie sich ins Innere zurück. Sie beginnt zu schreiben. Obwohl sie nur die Grundschule besucht hat und so gut wie nie aus ihrem Dorf herausgekommen ist, hat sie als Autodidaktin Gedichte und Erzählungen hervorgebracht, für die sie mit hochrangigen Literaturpreisen geehrt worden ist.

Cicely Saunders

1918 - 2005

England

gründete die Hospiz-Bewegung

1947 begegnete die Krankenschwester Cicely Saunders dem todkranken polnischen Juden David Tasma, mit dem sie in seinen letzten zwei Lebensmonaten eine intensive und visionäre Beziehung verband. Er hinterließ ihr 500 englische Pfund, die als Grundstein für die Eröffnung eines Hospiz dienen sollten. Zunächst absolvierte C. Saunders aber noch das Studium der Sozialarbeit und der Medizin. Sie forschte insbesondere auf dem Gebiet der Schmerzbekämpfung, weil ihr die Begleitung sterbender Menschen besonders am Herzen lag und ein möglichst schmerzfreies Sterben für sie untrennbar verbunden war mit einem würdevollen Tod. C. Saunders war eine Gegnerin der Euthanasie. Sie verstand das Sterben als eine Chance zu spirituellem Wachstum und als die letzte Gelegenheit, Freunden und Familie noch einmal Danke sagen zu können. 1980 erhielt C. Saunders für ihre Verdienste den Titel "Dame", (ähnlich wie im dt. Kaiserreich "Freifrau") , 1989 den brit. Order of Merit und den Ehrendoktor der Medizin in England, (als einzige Frau im 20.Jhd. durch den Erzbischof von Canterbury verliehen) und 2001 den Conrad N. Hilton Humanitarian Prize. Cicely Saunders war zweimal verheiratet.

 

Clara Hoffbauer

1830 - 1909

Deutschland

bedeutende soziale Stifterin in Potsdam

Die kühne und entschlossene, von christlicher Nächstenliebe geprägte Clara Hoffbauer hat nach dem Tode ihres Mannes eine bedeutende soziale Stiftung auf der Insel Tornow in Potsdam konzipiert, aufgebaut und voll aus ihrem Vermögen finanziert. Diese bestand aus zahlreichen Einrichtungen, die auf die schulische Bildung und Ausbildung von Mädchen aus dem Mittelstand ausgerichtet war. Daneben baute Clara Hoffmann ein hochmodernes Krankenhaus auf. Um ihrem Mann ein Denkmal zu setzen, nannte sie die Insel Hermannswerder. Auf ihr arbeitet bis heute eine lebendige evangelische Stiftung.

Dr. Clara Immerwahr

1870 - 1915

Deutschland, Jüdin

Chemikerin und Pazifistin, war Jüdin, konvertierte

Die Chemikerin Clara Immerwahr ist eine der ersten Frauen in Deutschland mit einem Doktortitel. Während des ersten Weltkrieges versucht sie ihren Mann Fritz Haber davon abzubringen, chemische Kampfgase zu erforschen und einzusetzen, was schon Zehntausende von Toten verursacht hat. Da es ihr nicht gelingt, will sie wenigstens keine Mittäterin sein und begeht im Mai 1915 Selbstmord. Er vernichtet ihre Abschiedsbriefe und fährt am selben Tag wieder an die Front, um weitere Giftgaseinsätze durchzuführen. 1918 bekommt Fritz Haber den Nobelpreis für Chemie für die Synthese von Ammoniak.

Clara Schumann

1819 - 1896

Deutschland

Pianistin und Komponistin

Diese kühne und entschlossene, von chistlicher Nächstenliebe geprägte Clara Hoffbauer, hat nach dem Tode ihres Mannes eine bedeutende soziale Stiftung auf der Insel Tornow in Potsdam konzipiert, aufgebaut und von ihrem Vermögen voll finanziert. Sie bestand aus zahlreichen Einrichtungen, die auf die schulische und berufliche Bildung und Ausbildung von mittelständischen Mädchen ausgerichtet war. Daneben baute sie ein hochmodernes Krankenhaus auf. Um ihrem Mann ein Denkmal zu setzen, nannte sie die Insel bald Hermannwerder, auf der noch heute eine lebendige soziale evangelische Stiftung arbeitet .

 

Clara Zetkin

1857 - 1933

Deutschland

Politikerin, Revolutionärin, Sozialistin, Friedenskämpferin

Was mich seit 1985 mit ihr verbindet: Parallelen vom Lebenslauf her, die tiefe Freundschaft zu Rosa Luxemburg, ihr Satz: "Es gibt kein: ich kann nicht!" 1911 fand auf ihre Initiative der erste Internationale Frauentag für die Gleichberechtigung der Frau mit über einer Million Frauen statt. Ihr Vorbild verleiht mir Flügel.

Claudia Fischer

1953 - 2006

Deutschland

gründete den Selbsthilfe-Verband für Crohn/Colitis Erkrankte

Seit ihrer Jugend lebt Claudia Fischer mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung. Ein Artikel im Stern zu Morbus Crohn/Colitis ulcerosa veranlaßte sie zu einem Leserinnenbrief, der große Resonanz auslöste. Durch ihren Impuls gründete sich 1982 die Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung-DCCV e. V., ein Selbsthilfeverband von und für Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Ihr Einsatz in Form von Lebenszeit, Räumlichkeiten, finanzieller Unterstützung und Engagement waren das Startkapital und die Chance zum Heranwachsen. Sie wählte als Logo ein Labyrinth. Claudia Fischer lebt, noch immer sozial engagiert, in Tübingen.

Constance Lytton

1869 - 1923

England

Frauenrechtlerin

 

 

Dagmar v. Garnier

1941

Deutschland

Initiatorin des FRAUEN-GEDENK-LABYRINTHs

 

 

Demeter

 

 

Griechenland

Göttin

Ursprünglich ist sie eine griechische Göttin, die in sich Jungfrau, Mutter und altes Weib vereint. Wir kennen sie als Kornmutter - aus einem späteren Mythos - zusammen mit ihrer Tochter Persephone, als unzertrennliches Göttinnen-Paar. Dem Mythos zufolge wurde Persephone zu einer Raubhochzeit in die Unterwelt entführt, wo sie jedoch Nahrung und Ehevollzug verweigert. Die Mutter unterbricht auf der Erde die Vegetation und erreicht so, daß Persephone zwei Drittel des Jahres mit ihr vereint auf der Erde verbringen darf. Diese mythologische Geschichte zeigt, wie die weibliche Einheit der dreifachen Göttin durch patriarchale Abspaltung zerstört wurde. Beide Göttinnen verhinderten jedoch durch ihren Widerstand die vollständige Trennung. Sie machen uns heutigen Frauen Mut, an unsere Ursprünge anzuknüpfen und durch Forschen nach unseren "Müttern" und "Großmüttern" eine symbolische Ordnung zu erschaffen, die weibliche Freiheit begründet.

Diana

 

 

Griechenland

Göttin freier, wilder Frauen

Diana ist die Göttin des Waldes und die Gebieterin der Tiere. Sie ist die Schutzgöttin der freien Frauen. Sie regiert in der Nacht, sie ist auch eine Mondgöttin. Oftmals wird Diana als Lehrerin der Hexen beschrieben, weil die Nacht ihre Zeit ist und der Wald ihr Revier. Sie wacht auch über die freie Liebe zwischen Frauen und beschützt Frauen, die nur sich selbst gehören wollen. Ihr Name war auch Himmelsgöttin und ihre Attribute sind die Mondsichel, der Pfeil und der Sternenmantel. Anmerkung: die Römer machten sie zur Jagdgöttin, ihre Existenz ist aber weit früher nachgewiesen.

Die 13. Fee

 

 

überall

Zur Umwertung der patriarchal negativ besetzten Zahl 13

Im patriarchalen Märchen wurde sie als unwichtig und rachsüchtig verachtet, doch für uns Frauen steht sie für die lebensnotwendige Verwandlung. So ruft sie den Tod herbei und ermöglicht uns den nächsten Zyklus. Als Fee besitzt sie keinen Eigennamen, doch die Zahl 13 ist ihr zugeordnet, und diese hat uns viel zu erzählen.

Die ewige Närrin

 

 

 

 

allegorische Figur

 

 

Die Frauen von der Left Bank

20.Jh.

Frankreich

Künstlerinnen

Eine Gemeinschaft von Künstlerinnen, Schriftstellerinnen, Verlegerinnen, Mäzeninnen, begabten, intuitiven, visionären Frauen, die das spontan gelebt haben, was wir heute als "affidamento" formulieren und suchen. Paris 1. Hälfte 20. Jh. - Djuna Barnes, Janet Flanner, Gertrude Stein ...Literatur: Andrea Weiss "Paris war eine Frau".

Die kosmisch Gebärende

 

 

Kleinasien

Sinnbild/Verkörperung weiblicher Lebensmacht

In der Offenbarung des Joh, 12 heißt es von der Frau, die den Raum zwischen Sonne, Mond und Sternen einnimmt, daß sie schwanger ist und kurz vor der Geburt ihres Kindes von der Vernichtung bedroht wird. Jedoch gebiert sie und ihr werden zwei Flügel gegeben, die zwei Flügel der großen Adler, damit sie flöge an ihren Ort.

Die Mutter' Mirra Alfassa

1878 - 1973

Frankreich, Indien

Transformationsmeisterin, Gründerin der intern. Stadt Aurovil

Mirra Afassa war die Lebensbegleiterin des indischen Philosophen Sri Aurobindo und sorgte wie eine "Mutter" viele Jahre für das leibliche und seelische Wohl der Bewohner des Sri Aurobindo Ashrams in Pondicherry. Südindien. Auf okkulter Ebene arbeitete sie an der Transformation der Zellen.

1968 gründete sie die Stadt Auroville, in der Bucht von Begalen gelegen, die heute, nach 35-jährigem Bestehen, 1500 Bewohnerinnen und Bewohner aus insgesamt 30 Nationen zählt. Auroville ist ein wichtiges Experiment in der Evolution unseres Planeten und dem friedlichen Zusammenleben von Menschen verschiedenster Nationen und sozial-ökonomischer Hintergründe.

Die weise Alte

 

 

 

 

Frau im 3. Lebensalter, kulturübergreifend

Sie ist diejenige, die in die dritte Lebensphase einer Frau eingetreten ist und die um das zyklische Werden und Vergehen in der Natur weiß. Sie blickt auf einen reichen Erfahrungsschatz der Lebenszusammenhänge zurück, den sie an Jüngere weiterzugeben bereit ist. Ohne Angst steht sie an der Schwelle des Tores, das zurück in den Schoß der Mutter Erde führt. Die Weise Alte ist frei von allen Zwängen, wenn sie ihr Leben nach den drei überlieferten Regeln gelebt hat: Erkenne dich selbst! Finde das Maß! Tu, was du willst!

Dietlinde Karkutli

1952 - 1994

Deutschland

Pionierin des orientalischen Tanzes

Dietlinde Bedauia Karkutli war eine Pionierin des Orientalischen Tanzes. Sie gehört zu den ersten Frauen, die diesen weiblichsten aller Tänze nach Europa brachten. Sie widmete sich ganz der Faszination dieses jahrtausende alten Tanzes und sah ihre Berufung darin, diesen "Tanz der Lebensfreude" in unserem Kulturkreis zu verbreiten und viele Frauen dafür zu begeistern. Die heutige "Bauchtanzwelle" in Deutschland - ja in Europa - geht auf sie zurück. In Frankfurt gründete sie das Tanzstudio Arabeska. Dietlinde Bedauia Karkutli pflegte freundschaftlichen Kontakt zu den internationalen Größen des Orientalischen Tanzes, ja sie gehörte dazu. 1992 erlag sie einem schweren Krebsleiden.

Dolores Ibarruri

1895 - 1989

Spanien

Freiheitskämpferin, La Passionaria

Die Freiheitskämpferin und Rebellin Dolores Ibarruri war das achte von elf Kindern einer armen Bergarbeiterfamilie in Nordspanien. 1930 war sie die erste Frau im Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Spaniens und Mitglied im Politbüro, 1936 im Parlament. Die "grosse Mutter in Schwarz" war nicht nur auf der Straße, in der Mine, an der antifaschistischen Front und mit den Internationalen Brigaden, sondern auch aktiv in der Frauenbewegung gegen Krieg und Faschismus tätig. 1939 mußte sie ins Exil nach Rußland, von wo sie erst nach Francos Tod 1977 zurückkehrte. Den Namen La Passionaria (die Leidenschaftliche) erhielt sie, weil sie ihren ersten Artikel für Arbeiterrechte in der Passionswoche schrieb, weil ihr die Passionsblume aus der christlichen Legende gefiel, weil sie eine leidenschaftliche Streiterin für Frieden, Freiheit und sozialen Fortschritt war.

Dore Hoyer

1912 - 1967

Deutschland

moderne Ausdrckstänzerin

Als Heranwachsende entdeckte sie ihre Liebe zum Tanz und zur Tanzgestaltung. Mit Leidenschaft stürzte sie sich in die Arbeit am Tanz. Auf dem Ausdruckstanz basierend entwickelte sie eine faszinierende Gebärdensprache, die wegweisend für die folgende Tanzgeneration wurde. Vielen Solotanzabenden im In- und Ausland fogten Gruppenarbeiten bis hin zu abendfüllenden Tanzveranstaltungen auf großen Bühnen. Das Zentrum ihrer Kunst war jedoch der Solotanz. Dore Hoyer gilt heute als die bedeutendste moderne Solotänzerin der Nachkriegszeit. Als sie erkennen mußte, daß sie aus gesundheitlichem Grund nicht mehr würde tanzen können, setzte sie ihrem Leben ein Ende. Ihr Grab ist auf dem Frankfurter Hauptfriedhof.

Dore Jacobs

1894 - 1979

Deutschland

Bewegungspädagogin

Als ausgebildete Rhythmikerin entwickelte sie, entgegen den damaligen gymnastischen Modeströmen, nach dem 1. Weltkrieg ihre eigene Bewegungslehre. Die Bewegung sah sie als ganzheitliches Geschehen, vom ganzen Menschen gewollt, als Innen- und Aussenbewegung gleichzeitig verwirklicht. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen gab sie in Einrichtungen der Erwachsenenbildung (VHS) und später in ihrer eigenen Schule (der heutigen Dore-Jacobs-Schule für Gymnastiklehrerinnen in Essen) weiter. Pädagogisches Interesse und menschliche Qualitäten galten mehr als die fachliche Begabung ihrer Schülerinnnen. Sie stellte das Prinzip der Selbsttätigkeit und die Umsetzung der erfahrenen Bewegung im Alltag in den Mittelpunkt; Grundsätze, die für mich nichts an Aktualität im Alltag verloren haben und mich sofort in ihren Bann gezogen haben.

Dr. Dorothea Erxleben

1715 - 1762

Deutschland

erste promovierte Ärztin

Dorothea Christiane Erxleben gelang es als erste deutsche Frau bereits Mitte des 18. Jahrhunderts ein Medizinstudium zu absolvieren. Eine Frau, die zu beneiden ist, wie sie sich in einer von Männern dominierten Welt durchsetzte.

Dorothea Schlözer

1770 - 1825

Deutschland

Philosophin

 

 

Dorothea Viehmann

1755 - 1815

Deutschland

Märchenerzählerin

 

 

Dr. Dorothee Sölle

1929

Deutschland

Theologische Schriftstellerin

Als Theologin wirkte Frau Prof. Dr. Dorothee Sölle auf den Gebieten der Befreiungstheologie, der feministischen Theologie und der internationalen Friedensbewegung. Als Schriftstellerin schuf sie eine Synthese zwischen theologischen Themen und Poetik, die Theopoetik. Sie sollte geehrt werden für ihr Werk von erfahrungsbezogener Religiosität, in dem Religion und Spiritualität zu einem Ganzen verschmelzen, tradierte Glaubens- und Denkstrukturen sich auflösen und klare Wahrheiten den Weg zeigen.

Dorothy Day

1897 - 1980

USA

Sozialarbeiterin, für Arme engagiert

Dorothy Day hat 1933 die "catholic worker movement" gegründet. Diese Organisation setzte sich für Essen und später auch Unterkunft für Wohnsitzlose und Arme in New York und später auch in zahlreichen anderen Bundesstaaten der USA ein. Durch ihre Zeitschrift "catholic worker" machte sie ihre Gedanken publik. Sie wollte auf der Basis des katholischen Glaubens das Evangelium für die Armen ernst nehmen und praktisch umsetzen.

Dr. Edeltraud Sießl

1923 - 1996

Deutschland

Gynäkologin, Künstlerin, Brauchtumspflegerin

Die Bayerin Dr. Edeltraud Sießl führte die Liebe in die kleine Kreisstadt Kirchheimbolanden in der Nordpfalz. 1959 eröffnete sie die erste gynäkologische Praxis. Im neuerrichteten Krankenhaus gestaltete sie den Kreißsaal angenehmer, setzte sich für die Methoden der sanften Geburt und das sog. Rooming in ein und verhalf mehr als 15.000 Kindern zum Leben. Frauen kamen von weit her zur Entbindung zu ihr. Ihre künstlerische Ader verwirklichte sie durch Gründung der örtlichen Trachtengruppe, Nähen der Kostüme, Schnitzen der Figuren am Maibaum, Bemalen der Tiefgarage und zahlreicher Wände an Freiplätzen. Sie schrieb ein Weihnachtsspiel von Ludwig Thoma um und ließ es in den Altstadtstraßen aufführen. Sie war eine Kerze, die an beiden Enden brannte.

Edith Piaf

1915 - 1963

Frankreich

Chansonsängerin

Die Geschichte der Piaf ist die einer ewigen Wiedergeburt: In äußerster Armut geboren hielt sie sich als Straßensängerin über Wasser und wurde mit 21 Jahren zum Star. Ihre 200 Chansons erzählen von Liebe, Tod und Verzweiflung mit unvergleichbarer Hingabe gesungen, waren Ausdruck ihrer Seele und Glaubensbekenntnis.

Eileen Gray

1878 - 1976

Irland

Architektin, Designerin

 

 

Ekaterina Daschkova

1743 - 1810

Rußland

Politikberaterin von Katharina II der Großen

Die Gräfin Daschkova war eine mutige, hochgebildete Frau, die ihre Unabhängigkeit sehr schätzte. Sie stammte aus einem der ältesten Adelszweige Rußlands. 1762 beteiligte sie sich aktiv an der Palastrevolution in Sankt Petersburg und half Katharina II., Zarin zu werden. Lange Zeit war sie eine wichtige Beraterin für Katharina die Große. Besonders bemerkenswert ist ihr Engagement für die öffentlichen Wissenschaften. Von 1783 - 1796 war sie Direktorin der Petersburger Akademie der Wissenschaften und Präsidentin der Russischen Akademie für russische Sprache.

Ekaterina Karavelova

1860 - 1947

Bulgarien

Ihr Engagement rettete die bulgarischen Juden vor der Vernichtung

Jede Vergangenheit und Gegenwart in Europa hat ihre Zukunft, die sie erleuchtet und mit ihr verschwindet. Vergangene Zukunft Europas ist auch Ekaterina Karavelova, eine Bulgarin, die durch ihr beherztes Engagement in der Nacht des 25.05.1943 die Deportation der bulgarischen Juden nach Ausschwitz verhindert hat. Die menschliche Gegenwart und Zukunft jener Tat ist die lebendige Gegenwart von mehr als 100 000 Menschen, die heute leben und jenem Frühling 1943 ihr Leben verdanken. Bulgarien ist das einzige Land, das Juden nicht deportierte.

Elfriede Feudel

1881 - 1966

Deutschland

Rhythmikerin

Sie war die Wegbereiterin der Rhythmik in Deutschland, indem sie die Wirkungsweise der "Musikerziehung durch Bewegung", die sie beim Schweizer Musikprofessor Emile Jaques-Dalcroze in Hellerau / Dresden kennengelernt hatte, als zentrales Anliegen in die allgemeine Pädagogik übertrug. Ihre künstlerisch-pädagogische wie schriftstellerische Arbeit war geprägt von der Erkenntnis des Polaritätsprinzips, das die natürliche Gegensätzlichkeit als wechselwirkende Pole zur Ganzheit erkennt. Als Lehrerin an vier Hochschulen brachte sie nicht nur bedeutende Rhythmikpersönlichkeiten hervor, sondern verstand es auch, in jeder Schülerin/jedem Schüler ihre/seine einzigartigen Anlagen zu entdecken und zur Entfaltung zu bringen. Ich vertrete sie, weil sie mir eine geistige Mutter ist, denn die Gedanken in ihren Büchern begleiten mich in meinem anregenden Beruf.

Elfriede Scholz

1903 - 1943

Deutschland, USA

Schneiderin, denunziert und hingerichtet

Als Abgesandte der Stadt Osnabrück möchte ich die in Osnabrück geborene Elfriede Scholz vertreten und ehren. Ihr berühmter Bruder, Erich Maria Remarque, ist als Schriftsteller weit über die Grenzen Deutschlands bekannt. Es gibt Stimmen, die behaupten, daß seine Schwester stellvertretend für ihn hingerichtet wurde, obwohl sie überhaupt nicht in der Öffentlichkeit bekannt war.

Elisabet Ney

1833 - 1907

Deutschland

Bildhauerin

Sie wußte schon als Jugendliche, daß sie Bildhauerin werden wollte und zog dies auch konsequent durch. Sie studierte an der Münchner Kunstakademie, schuf Büsten von Bismarck, Schopenhauer und König Ludwig II. Nach einem mißglückten Versuch, in Texas als Plantagen-Besitzerin eine "ideale Kolonie" zu gründen, setzte sie ihre Karriere als Bildhauerin in den USA erfolgreich fort. Sie wurde zur bekanntesten Bildhauerin im Süden der USA. Dort gibt es heute ein Elisabet-Ney-Museum und inzwischen fünf Biographien, wogegen ihr Name in Deutschland erst wieder in einem Buch über Künstlerinnen auftaucht, das Magdalena Köster über Elisabet Ney geschrieben hat: "Ich werde niemandem zu Füßen liegen".

Elisabeth Coester

1900 - 1941

Deutschland

Glasmalerin, arbeitete große Kirchenfenster

Elisabeth Coester war Schöpferin monumentaler Glasmalereien für Kirchen. Als Frau und erfolgreiche Künstlerin nahm sie mit großer Selbständigkeit ihr Leben in die Hand und beteiligte sich aktiv an einer Bewegung, die die kirchliche Kunst erneuern wollte. Es gelang Elisabeth Coester, in ihrem Werk Monumentalität mit einem tief empfundenen Mitgefühl zu verbinden. Sie widmete sich ihrer Aufgabe mit großem Ernst und ließ sich auch von jenen Stimmen nicht beirren, die einer Frau die notwendige Größe zur Schaffung monumentaler Kunst absprechen wollten.

Elisabeth Geyr v. Schweppenburg

1884 - 1970

Deutschland

Gründerin eines Jugend-Tuberkulose-Sanatoriums

Elisabeth Geyr v. Schweppenburg war Pädagogin. Sie gründete eine neuartige Heilstätte für Tb-kranke Kinder und Jugendliche in einer Zeit, als Betroffene dieser Krankheit meist in großer Isolation leben mussten und wenig Aufmerksamkeit bekamen. Neben der ärztlichen Behandlung war ihr der soziale Aspekt und die kulturelle Vielfalt bei der Betreuung ihrer Schützlinge wichtig. Sie unterrichtete, förderte und heilte. Sie genoß hohen Respekt und Verehrung. Mitbegründerin der Tb-Heilanstalt war ihre gleichgesinnte Freundin Clara Bohneberger (1883-1976), die ihr Vermögen für die Verwirklichung dieser einmaligen, bemerkenswerten Einrichtung gab.

Elisabeth Kübler-Ross

1926 - 2004

Schweiz, USA

Ärztin und Sterbeforscherin

Die Ärztin Elisabeth Kübler-Ross untersuchte drei Jahrzehnte lang das Sterben und das Leben danach. Sie hat durch ihre therapeutische Arbeit mit Sterbenden dazu beigetragen, eine der größten Menschheitsängste, "die Furcht vor dem Tod" zu verstehen und zu lindern. Diese Arbeit hat ihr Leben geprägt.

Elisabeth Selbert

1896 - 1986

Deutschland

"Mutter des Grundgesetzes"

Elisabeth Selbert wurde schon mit 22 Jahren Mitglied des SPD-Bezirksvorstandes. Dank ihrer Initiative wurde trotz erbitterten Widerstandes vieler Politiker die Gleichberechtigung von Männern und Frauen im berühmten Artikel 3 des Grundgesetztes festgeschrieben. Aufgrund dieses Artikels musste u.a. das patriarchale Familienrecht umgeschrieben werden, so daß Frauen über ihr Vermögen und ihren Job frei verfügen konnten und an Fragen der Kindererziehung und Eheführung gleichberechtigt beteiligt waren.

Prof. Dr. Elisabeth Siegel

1901 - 2002

Deutschland

Sozialpädagogin

Bevor Elisabeth Siegel zur Hochschullehrerin berufen wurde, wirkte sie lange Jahre in den verschiedensten Institutionen als Sozialpädagogin. Ihr ganzes Leben lang hat sie sich bewußt für junge Menchen eingesetzt. Sie ist 101 Jahre alt geworden und hat das Leben mit allen Höhen und Tiefen geliebt.

Elisabeth von Rochlitz

1502 - 1557

Deutschland

Herrscherin, sie gewährte als erste Religionsfreiheit

Mit 34 Jahren wird sie Witwe und bekommt den Wittums-Sitz Rochlitz als allein regierende Landgräfin. Sie verkündet als erste Religionsfreiheit, wirkt als Sozialpolitikerin, Friedensstifterin und läßt Straßen bauen. "Diese emsige, kluge und lebenslustige Frau, die eine gar scharfe Feder führte und eine nicht minder schlagfertige Zunge hatte", bringt für die Frauenarbeit in unserer Region (Muldetalkreis / Sachsen) neuen Mut, eigene verantwortungsvolle Schritte für die Zukunft zu unternehmen.

Elisabeth von Thüringen

1207 - 1231

Deutschland

Heilige und Herrscherin

 

 

Elizabeth Dadson

1882 - 1935

Ghana

Textil- und Perlenhändlerin

Sie wurde in Cape Coast, einer Stadt an der ehemaligen Goldküste als ältere von 2 Mädchen geboren. Elizabeth Dadson hatte zwei Kinder. Sie handelte mit Textilien und spezialisierte sich auf Aggrey Beads, sehr schöne bunte Perlen. Um ihre Ware zu beziehen reiste sie viel, sogar bis nach Nigeria. Als Großmutter und Mutter war sie sehr beliebt, weil sie offen und warmherzig war. Was sie sagte, hatte Hand und Fuß und ihre Ehrlichkeit verschaffte ihr großen Respekt. Sie starb 1935 in Sekondi (West-Ghana).

Elizabeth Duncan

1871 - 1948

USA,Deutschland

Tanzpädagogin, Schwester von Isadora Duncan

 

 

Ella Arnold

1912

Deutschland

In ihrem Umfeld hochengagierte Frau

Ella Arnold lebt das Leben einer Mutter von 4 Kindern in den Notzeiten des 2. Weltkrieges und danach. Sie trägt als Dorfschulmeisterfrau die musischen Interessen ihres Mannes mit und engagiert sich vielseitig in Ehrenämtern der Gemeinde. Sie fühlt sich verwirklicht im wertgeschätzten Leben einer Hausfrau und Mutter.

Ella Schröder

1910 - 1996

Deutschland

Eine geschlagene Mutter

Als eines von neun Kindern einer Witwe in großer Not und Armut aufgewachen, musste das Mädchen die strenge Zucht im Waisenhaus Potsdam durchstehen und mit 14 Jahren Dienstbotin werden. Das war ein sehr hartes Leben im Berlin der 1920-er Jahre. Doch ihr Eheleben wurde noch härter: ihr Mann sperrte sie ein, gab ihr nichts zu essen und schlug sie, sogar als sie schwanger war. Da es für geschlagene Frauen keinen gesetzlichen Schutz, keine Hilfe, keine Fluchthäuser gab, flüchtete sie in die Universitätsklinik, wo Schwangere bis zur Entbindung für Kost und Logis arbeiten konnten. In ihrer Person soll der vielen geschlagenen Frauen ihrer Generation gedacht werden.

Elsa Asenijeff

1867 - 1941

Deutschland

Schriftstellerin

 

 

Elsa Brändström

1888 - 1948

Schweden

Humanistin

Die schwedische Humanistin Elsa Brändström erwarb sich auf Grund aufopferungsvoller und selbstloser Arbeit für die Kriegsgefangenen von 1914 - 1920 den Ehrentitel "Engel von Sibirien". Auch anschließend folgt sie dieser Berufung mit der Eröffnung von Heimen und Sanatorien für ehemalige Gefangene bzw. deren Kinder in Deutschland. Nach ihrer Emigration in die USA 1934 wird ihr dortiges Heim Anlaufpunkt für unzählige Flüchtlinge aus Europa.

Elsa Gindler

1885 - 1961

Deutschland

Pionierin der Körpertherapie

In der allgemeinen Aufbruchstimmung des beginnenden 20. Jhs. in Tanz, Malerei und Musik erwachte auch zunächst ein verändertes Verständnis für Tanz und Bewegung. Es wurde die Kunst des Atmens und schließlich als erste durch Elsa Gindler die grundlegende Bedeutung des Spürens in die Körperarbeit eingeführt. Ihr Ziel war das "Wachwerden des ganzes Menschen - mit allen Sinnen - in jedem Moment neu und präsent" und folgerichtig gab es in ihrer Arbeit keine festgelegten Übungen und keine niedergeschriebene Methode, sondern ständiges sich Erforschen und Weiterentwickeln und damit legte sie die Grundlage für viele heutige Körpertherapien. Auch während des 3. Reiches blieb sie in Berlin, arbeitete weiter und half Verfolgten mit Unterschlupf, Zuwendung und Nahrung.

Dr. Else Kähler

1917

Deutschland, Schweiz

bedeutende Theologin, Partnerin der Theologin Marga Bührig

Gleichwertig aber verschieden, wie es auf Else Kählers Stein heißt, gilt für sie in der Stellung von Mann und Frau vor Gott, sowie in ihrer Lebensgemeinschaft mit Marga Bührig. (Auch die Theologin Marga Bührig ist mit mit einem Gedenkstein im Labyrinth geehrt). Aufgewachsen in Kiel, geprägt vom 2. Weltkrieg, studierte Else Kähler Theologie. Ein Stipendium der Universität Zürich führte sie nach Zürich. 24 Jahre war sie Studienleiterin im evang. Tagungs- und Studienzentrum Boldern in Männerdorf in der Schweiz. Sie setzte sich für die Stellung der Frau, besonders der ledigen Frau, in Kirche und Gesellschaft ein und leistete Pionierarbeit für sogenannte soziale Randgruppen. Mein Wunsch als Patin ist es, daß ihr Beitrag für eine gerechtere Welt durch das FRAUEN-GEDENK-LABYRINTH lebendig bleibt.

Else Lasker-Schüler

1869 - 1945

Deutschland, Jüdin

Dichterin

Ihr Leben gleicht ihrer Dichtung, die von großer Sehnsucht nach umfassender Liebe und spiritueller Tiefe erfüllt ist. Sie suchte und fand die ihr angemessene Heimat wohl vor allem in der Sprache, die voller dichter Bilder ist und die Kraft hat, über ihre Zeit hinaus die Herzen zu berühren. Als Jüdin im dritten Reich teilte sie das Schicksal ihres Volkes. Sie beschloß ihr Leben im heiligen Land und ist auf dem Ölberg begraben. "Ich bin in Theben (Ägypten) geboren, wenn ich auch in Eiberfeld zur Welt kam im Rheinland. Ich ging bis 11 Jahre zur Schule, wurde Robinson, lebte 5 Jahre im Morgenlande und seitdem vegetiere ich."

Else Zach

1901 - 1953

Deutschland

Sie schützte ihre Tochter vor Vergewaltigung

Sie lebte bei Neuruppin auf dem Lande, heiratete den Maurermeister Zach und betrieb nebenbei eine kleine Landwirtschaft. Sie gebar zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn. Dann kam der Krieg und 1945 die sowjetische Besatzungsmacht. Es gelang Else Zach, ihre Tochter vor der Soldateska zu schützen, indem sie sich selbst der Vergewaltigung preisgab.

Dr. Elsie Kühn-Leitz

1903 - 1985

Deutschland

Eine kulturell hoch engagierte Frau

Dr. jur. Elsie Kühn-Leitz war eine herausragende Persönlichkeit: ihre Kämpferinnen-Natur, ihr Mut, ihr Einsatz für Völkerverständigung, Gerechtigkeit und Frieden und für Kultur ist ein Beispiel dafür, wozu eine Einzelne - wenn sie sich berufen fühlt - fähig ist.

Dr. Emilie Kempin-Spyri

1853 - 1901

Schweiz

1. Juristin in der Schweiz

Und so hat es mit den Juristinnen angefangen: Gegen erbitterte Widerstände studiert Emilie Kempin-Spyri neben ihren Aufgaben als Ehefrau und Mutter dreier Kinder an der damals sehr fortschrittlichen Universität in Zürich als erste Frau Rechtswissenschaften und promoviert "summa cum laude". Trotzdem darf sie nicht als Juristin arbeiten. Sie wandert mit ihrer Familie nach Amerika aus, wo sie die erste Rechtsschule für Frauen gründet. Ihre Schülerinnen sind die ersten amerikanischen Juristinnen bei Gericht. Ihr erfolgreicher Kampf gegen das Niederlassungsverbot bahnt auch europäischen Juristinnen den Weg.

Emilie Scheidweiler

1896 - 1958

Deutschland

Frauen in der Psychiatrie

Bei einem Treffen im Vorfeld des "Festes der 2000 Frauen" organisiert von Christel Göttert, entstand bei mir der Wunsch, meine Großmutter als "meine Frau" zu wählen. Sie lebte viele Jahre in der Psychiatrie und ist dort auch gestorben. Zur Geschichte der Frauen gehören für mich nicht nur die Frauen, die berühmt sind, sondern alle Frauen haben Anteil daran. Mit "meiner Frau" möchte ich einen Beitrag dazu leisten, die verschwiegene Geschichte der Frauen in der Psychiatrie aus der Vergessenheit herauszuholen, deren Geschichte in die Geschichte der Frauen zu integrieren, anstatt sie auszugrenzen.

Emma Fouguet

1910 - 1992

Deutschland

Trümmerfrau

Emma Fougut steht als Trümmerfrau stellvertretend für viele Frauen aller Nationen und zu allen Zeiten, die die Scherbenhaufen der Kriege wieder und immer wieder in eine lebenspendenden Umgebung verwandelt haben.

Emma Goldman

1869 - 1940

Holland, Jüdin

Anarchistin

Emma Goldman ist bekennende Anarchistin, Kämpferin für die Rechte der ArbeiterInnen und die Rechte der Frauen. Sie ist Herausgeberin der Zeitschrift "Mother Earth". Emma Goldman ist für mich der Inbegriff der Kämpferin, die trotz vieler Rück- und Tiefschläge unbeirrt ihren Weg weiterging.

Emma Herwegh

1817 - 1904

Deutschland

Revolutionärin

Sie war eine Revolutionärin in Berlin und schloß sich mit Georg Herwegh (Dichter und Revolutionär) zusammen. Sie mußten als kämpfendes Paar Berlin verlassen. Sie war die besonders revolutionäre Kraft dieser Verbindung. Sie nahmen Exil in der Schweiz und in Paris und kämpften im Badischen Befreiungskrieg. In Paris hatten sie Kontakt u.a. mit Karl Marx, George Sand, Heinrich Heine. Emma Herwegh veröffentlichte das Buch "Die Geschichte der deutschen demokratischen Legion von einer Hochverräterin" (1849).

Emma Kunz

1892 - 1963

Schweiz

Haushälterin, Naturheilpraktikerin, Forscherin, Malerin

Emma Kunz hat als Heilerin und Forscherin gelebt und gewirkt und dabei Wissenschaft und Medizin immer wieder in großes Staunen versetzt. Sie hat ein umfangreiches Bildwerk hinterlassen, in dem ihr Wissen verschlüsselt liegt und das nach ihren eigenen Worten "für das 21. Jahrhundert bestimmt ist". Als ich mich mit dem "Fest der 2000 Frauen" beschäftigte, war Emma Kunz urplötzlich in meinen Gedanken. Ihr unerschütterliches Vertrauen in ihre Eingebungen und ihr helles Sehen haben mich tief beeindruckt, so daß ich mich nun - der Eingebung folgend - auf ihre Spur begeben habe.

Emmeline Pankhurst

1858 - 1928

England

Frauenrechtlerin

Frauenwahlrechtlerin und Politikerin. Aufgrund gewaltloser Protestaktionen gegen die Regierung mehrmals verhaftet. Schließlich wandten sich die Suffragetten auch mit Gewalt gegen die Regierung und zündeten Briefkästen an und warfen Fenster ein. Ich bewundere Emmeline Pankhurst wegen ihres politischen und juristischen Wissens und ihres Widerstandes gegen diskriminierende Gesetze.

Dr. Emmi Pikler

1902 - 1984

Ungarn

Kinderärztin und Wissenschaftlerin

Sie gründete 1946 das "Lóczy", ein Säuglingsheim und Forschungsinstitut in Budapest, aus dem beziehungsfähige, verantwortungsvolle, selbständige Kinder ohne Hospitalismuserscheinungen in die Welt gingen, was die Aufmerksamkeit der WHO hervorrief. Ihre "Geheimnisse"? Unter anderem: -- Achtsamste, respektvollste, ungeteilte Aufmerksamkeit der Pflegerinnen bei den Pflegeverrichtungen (insges. ca 1 Stunde tgl.), dabei direkte Ansprache der Säuglinge und Zulassen ihrer aktiven Mithilfe von den ersten Lebenswochen an, keine Hetze, klare Grenzen, -- Schaffung einer vorbereiteten Umgebung, in der die Kleinkinder in Ruhe - für sich und zwar jedes in ihrem/seinem Rhythmus den Prozeß ihrer Bewegungs- und Spiele-Entwicklung vollziehen, s e l b s t ä n d i g werden und die Welt erforschen können ohne Anleitungen oder gar Animation von Erwachsenen.

Dr. Emmy Rebstein-Metzger

1898 - 1967

Deutschland

Frauenrechtlerin und Juristin

Dr. Emmy Rebstein, in Ravensburg geboren, war die erste Frau, die in Baden und Württemberg als Anwältin zugelassen wurde. Sie engagierte sich für das Recht der Frauen, höchste Ämter im Staat zu bekleiden, für die Gleichberechtigung der Frauen im BGB, in Fragen des Familien-, Ehe-, und Güterrechts. Ihre Forderungen fanden Eingang in die Reform des Ehescheidungsrechts 1953 und in das Gleichberechtigungsgesetz von 1957.

Erika Grah

1932 - 1997

Deutschland

Gründerin der Waldorfeinrichtung "der hof"

Sie war 1974 Mitbegründerin der Freien Bildungsstätte "der hof" in Niederursel bei Frankfurt einschließlich eines Waldorfkindergartens. In unzähligen Seminarwochen, Kursen und Gesprächen mit jungen Eltern setzte sie sich konsequent dafür ein, Kinder unter Bedingungen aufwachsen zu lassen, die ihren Bedürfnissen und Interessen entsprechen. Sie sah in unserem Konsum- und Medienzeitalter die Kindheit gefährdet und engagierte sich für den Schutz der Kindheit, indem sie aufzeigte, was Kinder brauchen, und indem sie bis in die alltägliche Praxis hinein Mut machte zum Leben mit Kindern.

Erika Wisselinck

1926 - 2001

Deutschland

Philosophin, Publizistin, Politikerin

Philosophin, Autorin, Publizistin, Übersetzerin, Kommunalpolitikerin. Ihre feministischen Erkenntnisse erwuchsen immer aus den eigenen und den Erfahrungen anderer Frauen aus verschiedenen Ländern und in den unterschiedlichsten Lebenssituationen. Ihr klarer Blick, ihr folgerichtiges Denken und ihre klare, leicht verständliche Sprache machen ihre Bücher noch heute zu Grundlagewerken und Bestsellern des feministischen Denkens und der Patriarchatskritik. Die wichtigsten Veröffentlichungen: "Frauen denken anders", "Hexen", "Jetzt wären wir dran", die Übersetzungen u.a. von Mary Daly "Gyn-Ökologie", "Reine Lust", Janice Raymond "Frauenfreundschaft", Caterine Keller "Der Ich-Wahn".

Erna Meinusch

1905 - 1993

Deutschland

Bewegungslehrerin in Offenbach

Erna Meinusch wurde als Kaufmannstochter im schlesischen Sagan geboren; anfangs ein schwächliches Kind und vom Turnunterricht befreit. Den Heiratsplänen ihres Vaters widersetzte sie sich und verließ in der Nacht zu ihrem 21. Geburtstag mit Erreichen der Volljährigkeit heimlich ihr Elternhaus und ihre Heimat, worauf sie ihr Vater enterbte. Mittellos, aber mit starkem Willen und eiserner Disziplin startete sie in ein eigenständiges Leben. 1928 kam sie nach Offenbach am Main und gründete dort eine Gymnastikschule. Ihre intensive Zuwendung zu den Menschen, die bei ihr lernten, hatte auf diese einen außerordentlichen Einfluß. Im Laufe der Jahre wurden sie und ihre Schule zu d e r "Offenbacher Institution" schlechthin. Viele sprechen noch heute mit der größten Hochachtung und Sympathie von ihr.

Esther Moscherosch

1602 - 1632 / 33

Deutschland

Frau im 30-jährigen Krieg

Esther Moscherosch war die erste Frau des Dichters und Satirikers Johann Michael Moscherosch, der 1601 in Willstätt / Hanauerland geboren wurde. Ich nenne sie stellvertretend für die vielen unbekannten Frauen, die unter den Greueln des 30-jährigen Krieges zu leiden hatten. Auch bei dem Dorffest, das aus Anlaß des 400. Geburtstages Moscheroschs stattfand, habe ich Esther dargestellt und in Erinnerung gerufen.

Etty Hillesum

1914 - 1943

Holland, Jüdin

Jüdische Schriftstellerin

Sie lebte in Amsterdam und war Juristin und Slawistik- und Psychologiestudentin. Sie zeigt in ihrem nach 40 Jahren wiedergefundenen bzw. veröffentlichten Tagebuch die Zerrissenheit einer 27-jährigen Frau - in den privaten Beziehungen und in den Situationen der lebensbedrohenden Verfolgung durch die Nazis. Sie findet zu innerer Stärke, zu Vertrauen, Lebensfreude durch die klare und ehrliche Betrachtung der Dinge und Menschen, so wie sie sind. Gewaltlosigkeit, die Teil ihres Wesens wird, befähigt sie zu lieben.

Dr. Eugenie Schwarzwald

1872 - 1940

Ukraine, Österreich

verwirklichte neue Ideen zur Mädchenausbildung

"Fraudoktor" wie Eugenie Schwarzwaldl genannt wurde, lebte mit Verstand, Herz und Praxis ab 1901 pädagogische Grundsätze, für die ab 1919 Männer wie Otto Glöckel (Wiener Schulreform), Rudolf Steiner und Emil Molt (Waldorfschule) bekannt wurden. Die von ihr gegründete "Schwarzwaldschule" war die erste in Österreich, an der Mädchen die Reifeprüfung ablegen konnten. "Nebenbei" gründete Genia Schwarzwald seit dem Ersten Weltkrieg Gemeinschaftsküchen, die Aktion "Wiener Kinder aufs Land", Ferienkolonien und Erholungsheime für Kinder und Erwachsene. Ihre ost-jüdische Abstammung war für die Bedeutung ihres Lebenswerks nicht maßgeblich, wohl aber für seine Zerstörung 1938.

Ihr Grundsatz, durch Freude am Lernen und die Anstellung besonderer Lehrerpersönlichkeiten - während beim Unterrichtsministerium "Genies im Lehrplan nicht vorgesehen" waren - in den Kindern Vitalität und Kreativität zu fördern, hat für mich in Zeiten von PISA-Terror und Ritalin höchste Aktualität!

 

 

Euphrosina Kinkelin

1831 - 1912

Deutschland

Schulgründerin in Lindau

Euphrosina Kinkelin gründete 1858 die erste weiterführende Mädchenschule mit Pensionat in Lindau und führte sie mit ihren drei Schwestern vierzig Jahre lang. Ihr oberstes Ziel war die Mädchenbildung, die nicht vorrangig in Mutter- und Ehefrauendasein münden sollte. Diesem Ziel widmete sie alle Energie, ihr Wissen, sowie Hab und Gut. Diese Schule existiert heute noch. Ihre Gründerin aber wird weder in der Stadt noch bei der Schule öffentlich erwähnt. Diese Tatsache hat mich so geärgert, daß ich mich entschloß, sie öffentlich zu würdigen. Aus meinem Respekt wächst in mir mehr und mehr die Bewunderung für diese selbstdenkende, tatkräftige und ausdauernde Frau, die ihr Ziel nicht aus den Augen verlor.

Eva Maria Deinhardt

1896 - 1977

Deutschland

Gymnastiklehrerin in Loheland bei Fulda

Sie war meine Sportdozentin während meiner Studienzeit am Pädagogischen Institut in Jugenheim a.d. Bergstrasse, eine empfindsame, elegante Dame. In den 20er Jahren war sie eine gefeierte Ausdruckstänzerin, die obendrein eine fundierte Gymnastikausbildung

hatte und sich später für gesundheitsfördernden Schulsport einsetzte. Mit 65 Jahren baute sie ein Haus, um sich den Traum eines 5 eckigen hohen Raumes, der den Blick ins spitze Dachgestühl freigibt, zu erfüllen.

Eva v. Tiele-Winckler

31.101866 - 1930

Deutschland

führte als erste das päd. Prinzip der Familiengruppen für Waisenkinder ein

Eva von Tiele- Winckler zieht aus dem elterlichen Schloß aus, um die Not in der oberschlesischen Bevölkerung lindern zu helfen. Mit ihrem Erbe baut sie das"Friedenshort-Werk" in Miechowilz bei Beuthen und gründet die Friedenshorter Diakonissen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Hilfe an Kindern und Jugendlichen. Sie wagt bereits 1910 ganz avantgardistische Schritte für jene Zeit. In ihren "Kinderheimaten " wohnen Mädchen und Jungen jeden Alters zusammen in kleinen familienähnlichen Wohngemeinschaften. Eine Diakonisse ist jeweils ihr "Mütterchen" . Bis 1945 gibt es 42 solcher Kinderheimaten in ganz Deutschland und 800 Diakonissenschwestern.

Evelyn Ortner

1946 - 1998

Italien

Gründerin des Frauenmuseums Meran

Eine Frau, die mit viel Liebe und Engagement das Frauenmusum "Die Frau im Wandel der Zeit" gegründet und aufgebaut hat. Es werden 200 Jahre Frauengeschichte anhand der Mode und Alltagsgegenstände als Spiegelbild der Gesellschaft, Hauswirtschaft, Beziehungs- und Erziehungsarbeit sowie das Eintreten in die männliche Arbeitswelt als Schwerpunkte aufgezeigt. Nach dem Motto "Von Frauen, über Frauen, für Frauen" wollte Evelyn Ortner in diesem Museum zugleich die Lebensgeschichten unserer Mütter, Groß- und Urgroßmütter, die Töchter und Söhne gleichermaßen angehen, würdigen.

Evita Peron

1919 - 1952

Argentinien

Schauspielerin, Politikerin

Evita Peron, schillernde und leidenschaftliche Persönlichkeit der argentinischen Geschichte. Schauspielerin, Ehefrau von Juan Peron, inbrünstige Politikerin für die Armen und Arbeiter. Sie erkämpfte unzählige Rechte und Gesetze für die unterste Klasse und die Frauen und verhalf der Frau in Argentinien zu einer gewissen Stellung in der Gesellschaft. Eva Peron lebt trotz ihrer Widersprüchlichkeit in den Herzen vieler argentinischer Menschen fort. Es ist bekannt geworden, daß Evita Peron Nazigrößen gegen Geld nach Argentinien einwandern ließ.

Prof. Fatema Mernissi

1940

Marokko

Soziologin, Autorin, Feministin

Fatema Mernissi, marokkanische Soziologie-Professorin für

Frauenforschung, bekannt als 'globale Schriftstellerin', ihre Bücher werden in 46 Sprachen übersetzt, ist eine leidenschaftliche Vermittlerin zwischen den islamischen und den westlichen Kulturen. Auf den Flügeln des Simurgh, des Vogels der Frauen und mit der Weisheit der Sufis:"Geh in die Fremde und begegne dir selbst!" fliegt sie über alle Grenzen als mutige , schöne Botschafterin der Frauen in der e i n e n Welt. Das Symbol auf ihrem Stein ist eine moderne Version des "Simurgh".

Prof. Dr. Felicitas Goodman

1914 - 2005

USA

Kulturanthropologin

In Ungarn geboren, Diplomdolmetscherin in Deutschland, übersiedelt 1947 mit ihrer Familie nach U.S.A. Zweitstudium und Doktorat der Anthropologie, Lehre an der Universität in Ohio. Im Zuge ihrer Forschungen endeckte Felicitas Goodman 1977, daß ganz bestimmte Haltungen - die wir aus der Kunstgeschichte kennen - verbunden mit rhythmischer Anregung, in einen Trancezustand führen, der ein visionäres Erlebnis möglich macht. Im von Felicitas Goodman gegründeten internationalen Cuyamungue-Institut wird zu den rituellen Körperhaltungen geforscht und die Methode auch vermittelt. Felicitas Goodman lebt in Ohio und New Mexiko. Ihre Weisheit und ihr Humor erfreuen alle, die sie erleben können.

Felka Platek

1899 - 1944

Polen, Jüdin

Malerin

Die viel versprechende, begabte Malerin FELKA PLATEK gab ihre eigene künstlerische Karriere zugunsten ihres geliebten Freundes und späteren Ehemannes auf. Ihr fundamentaler Beistand sowie finanzielle Unterstützung ermöglichten es Felix Nussbaum, sein exzentrisches (Künst- ler)Dasein auszuleben und internationale Anerkennung zu finden. "Alles ging gut, weil er die FELKA getroffen hatte. Sie war seine Beruhigung und ganz unbeweifelte Liebe. Sie hat seinen Aufstieg, seine Erfolge, seine Rückschläge, seine Empfindsamkeiten, seine Schmerzen, seine Verrücktheiten mitgemacht und es schön gefunden."

Als von den Nazis verfolgte Juden endeten beide 1944 in den Gaskammern von Ausschwitz. (Zu) wenige Kunstwerke aus FELKA PLATEKS Nachlaß sind noch heute im Osnabrücker Felix-Nussbaum-Haus erhalten.

Flora Tristan

1803 - 1844

Frankreich

Schriftstellerin, Feministin, Sozialistin

In den 30-iger Jahren des 19 Jh. rang Flora Tristan (Großmutter von Paul Gauguin), eine ungewöhnlich mutige Frau, um Gerechtigkeit für die versklavten Schichten, was weitestgehend gleichbedeutend war für Frauen. Sie rüttelte die aristokratische und bürgerliche Gesellschaft mit ihren sozialistischen und Frauen bezogenen Ideen auf und klagte, unter Einsatz ihres Lebens, die Rechtlosigkeit der Frauen an.

Florence Nightingale

1820 - 1910

England

Krankenpflegerin und Reformerin

Die hochgebildete Engländerin Florence Nightingale, bekannt als die "Lady mit der Lampe" setzte sich schon früh für die Belange der Bevölkerung ein. Sie forschte und erstellte soziolog. und krankenhäusliche Statistiken. Als 1853-56 der Krimkrieg viele Verletzte und Tote forderte ging sie mit einer Gruppe von Frauen an die Front und half in den sonst von Ärzten und Männern dominierten Krankenhäusern. Dank ihrer Kraft und ihres Wissens schuf sie so die Grundlage für die moderne Krankenpflege. Auch nach ihrer Rückkehr nach England setzte sie eine Reformation des Krankenhauswesens und der Krankenpflege durch.

 

 

Forugh Farrochsad

1935 - 1967

Persien

Schriftstellerin

Forugh Farrochsad ist wohl die bedeutendste Dichterin Persiens. Sie starb durch einen Autounfall. Ihre Gedichte haben mich tief beeindruckt und bewegt, wie kaum eine andere Schriftstellerin. Ihr unbedingter Wille zur Wahrhaftigkeit, sein zu wollen, wie sie nun mal ist, ihre Gefühle offen auszusprechen, macht sie in meinen Augen zu einer außergewöhnlichen Frau in einer patriarchalen Welt. Ich selbst bin in der DDR groß geworden und habe auch meine Erfahrungen in einer Diktatur gemacht. Forughs Sehnsucht nach Freiheit und vollem Leben kann ich deshalb sehr gut nachempfinden.

Frau Holle

ca 5000 v.u.Z.

Alteuropa, Deutschland

göttlich "Verborgene, die sich offenbart"

Frau Holle - Symbol für weibliche Souveränität - Die große, göttliche Lehrmeisterin der Mädchen und Frauen des Alten Mitteleuropas, deren Verehrung bis zu den Anfängen des Flachsanbaus im Neolithikum vor ca. 6.000 Jahren zurückreicht. Ihrem Namen nach ist Holle "Die Verborgene" und Frau die Anrede für eine Respektsperson / Göttin. Frau Holle offenbart sich als Rufende in der Natur, den Jahreszeiten und in der Menstruation der Mädchen, "wenn die Zeit reif ist".

 

Freya

um 500

Nordische Länder

Nordische Göttin

Freya - nordische Göttin - repräsentiert die freie, selbstständige, starke Frau.

Frida Kahlo

1907 - 1954

Mexiko

Malerin

An Frida Kahlo fasziniert mich einerseits, wie sehr Malerei der verwundeten Seele gerade dann zum Ausdruck verhelfen kann, wenn Sprache nicht mehr ausreicht. Anderseits wird bei ihr besonders deutlich, wie zerstörerisch eine Ehe für eine Frau sein kann, die ihrem Mann nicht nur Geliebte, sondern auch Mutter sein will. Der Wunsch, vom Partner gebraucht zu werden, verführt uns auch heute noch oft zu selbstschädigendem Verhalten. Fridas Zerrissenheit zwischen ihrem ungestümen Freiheitsdrang und der braven - jedenfalls zeitweisen - Unterordnung unter vermeintliche oder tatsächliche Rollenzwänge kann uns auch heute noch Warnung und Hinweis sein, den Anspruch auf einen ganz eigenen Lebensweg nicht aufzugeben.

Friederike Mergner

1908 - 1990

Deutschland

Zahnärztin in Afrika

 

 

Friedl Dicker-Brandeis

1898 - 1944

Österreich, Jüdin

Künstlerin in der Bauhauszeit

Die begabte Künstlerin war Mitglied des Bauhauses, Kunstpädagogin und Humanistin. Sie kreierte als Kommunistin antifaschistische Plakate. Das Nazi-Regime deportierte sie 1942 nach Theresienstadt, einem Vorzeige-Ghetto 60 km nördlich von Prag, das unter jüdischer Selbstverwaltung stand. Dort regte sie die Kinder zum Malen an und wurde zur Patin der einmaligen Kinder-Zeichnungen von Theresienstadt, die bis heute eines der wichtigsten Zeugnisse für die Schrecken des Holocaust sind.

Frigga

 

 

Deutschland

Germanische Göttin

 

 

Fürstin Charlotte zu Schaumburg

1640 - 1707

Deutschland

Stadt-Gründerin

Die Gräfin Elisabeth Charlotte zu Schaumburg gewährte religionsverfolgten Waldensern Schutz und die Möglichkeit, sich anzusiedeln. Der Ort erhielt zu ihren Ehren den Namen "Charlottenberg". Diesen landschaftlich zauberhaft gelegenen, heute durch das Frauenlandhaus geprägten Ort hat sich Sabine, die Vertreterin von Elisabeth Charlotte als zukünftigen Alterssitz ausgesucht. Sie fühlt sich der Gründerin des Ortes "dankbar und kraftvoll verbunden". Sie schreibt: "Inzwischen liegt mir das Bildnis der Gräfin vor und ich versuche mit dem Portrait Kontakt aufzunehmen und Elisabeth Charlotte als Frau kennen zu lernen, ihre Zeit zu verstehen und allen Spuren, die sich mir auftun, nachzugehen. Eine aufregende Herausforderung."

Fygen Lützenkirchen

von 1474 - 1497

Deutschland

Hauptseidenmacherin in Köln

Fygen Lützenkirchen war von 1474 bis 1497 die "Hauptfrau" der einzigen Frauenzunft in Deutschland, der Kölner Seidenmacherinnenzunft. Sie bildete 25 Lehrtöchter aus. In Köln war sie nicht zuletzt auch wegen ihrer Geschäftstüchtigkeit eine Berühmtheit. Ihren legendären Ruf erwarb sie aber auch durch die Übernahme des Handelsgeschäftes ihres Mannes nach dessen Tod. Sie zählte zu den wohlhabendsten Bürgern und Bürgerinnen Kölns.

Gabriele v. Uechtritz und Steinkirch